Wie sicher ist unsere Arzneimittelversorgung?

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08.10.2023
Grafenau
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CSU-Landtagskandidat Dr. Stefan Ebner macht Versorgungssicherheit zum Thema – Rückkehr zu inländischer Produktion pharmazeutischer Produkte unerlässlich

 

Bereits im letzten Jahr kam es im Rahmen einer großen Infektionswelle zu Engpässen in der Arzneimittelversorgung. Vor allem Fieber- und Hustensäfte für Kinder waren nur eingeschränkt lieferbar, aber auch in anderen Bereichen war die Versorgung eingeschränkt. Obwohl das Bundesgesundheitsministerium im Frühjahr Notfallmaßnahmen versprach und frühzeitig einem Mangel gegensteuern wollte, scheint die Arzneimittelversorgung auch in diesem Herbst und Winter problematisch werden zu können. CSU-Landtagsdirektkandidat Dr. Stefan Ebner nahm diese Prognosen zum Anlass, um den Vorsitzenden des Ausschusseses für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag Bernhard Seidenath zu einem Fachgespräch einzuladen und der Frage auf den Grund zu gehen, wie sicher unsere Arzneimittelversorgung derzeit ist.

"Die Gründe für die jüngsten Engpässe sind vielschichtig", stellt Seidenath zu Beginn fest. Ein Hauptproblem besteht jedoch darin, dass die Produktion von Arzneimitteln in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend ins Ausland verlagert wurde. Dabei erfolgte die Verlagerung der Produktion – insbesondere nach China und Indien – zunächst unter Billigung von Politik und Kassen, da sich die günstigeren Energie- und Lohnkosten sowie die weniger strengen Umweltauflagen in Asien positiv auf die Preisgestaltung hierzulande auswirkten. Der Nachteil: Werden Lieferketten unterbrochen oder verhängt die Regierung eines produzierenden Staates Ausfuhrbeschränkungen, so hat dies unmittelbare Auswirkungen auf unsere Versorgungslage. – Ein Umstand, dem man nur mit einem massiven Wiederaufbau inländischer Produktionskapazitäten begegnen kann, wie Seidenath eindringlich darstellt.

Wenn etwa Fiebersäfte für Kinder fehlen, können die Apotheken beispielsweise durch die eigene Herstellung von Arzneimitteln schnell und unkompliziert Abhilfe schaffen. Nicht wenige engagierten sich in den Monaten der akuten Arzneimittelengpässe sehr, um knappe Arzneimittel aufzutreiben oder herzustellen. Auch hatte der Freistaat mit Feststellung eines Versorgungsmangels mit antibiotikahaltigen Säften für Kinder via Allgemeinverfügung befristet die Einfuhr von Arzneimitteln, die hierzulande eigentlich nicht zugelassen oder registriert sind, ermöglicht und den Apotheken und Arzneimittelgroßhandelsbetrieben somit die Option eröffnet, antibiotikahaltige Säfte für Kinder zu importieren. Weiter wurde die Möglichkeit eröffnet, bereits im Vorfeld einer möglichen Winter-Infektionswelle einen gewissen Vorrat an ausländischen Antibiotika-Kindersäften anzulegen, um möglichen Lieferengpässen im Herbst und Winter vorzubeugen. Das kann jedoch keine Dauerlösung sein, wie der Ausschussvorsitzende betont. Und ein Apotheker aus der Runde ergänzt: "Bitte legen Sie privat keine größeren Vorräte an." Eine übermäßige Bevorratung von Mangelprodukten könne die allgemeinen Engpässe noch weiter verschärfen.

 

Tauschten sich mit Fachleuten aus der Region über die Frage der Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln aus: (von links nach rechts) JU-Kreisvorsitzender Christoph Weishäupl, JU-Kreisgeschäftsführer Martin Höppler, CSU-Landtagsdirektkandidat Dr. Stefan Ebner, FU-Kreisvorsitzende Christine Engel, der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag Bernhard Seidenath, CSU-Ortsvorsitzender Max Riedl und MU-Kreisvorsitzender Stefan Behringer.
Tauschten sich mit Fachleuten aus der Region über die Frage der Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln aus: (von links nach rechts) JU-Kreisvorsitzender Christoph Weishäupl, JU-Kreisgeschäftsführer Martin Höppler, CSU-Landtagsdirektkandidat Dr. Stefan Ebner, FU-Kreisvorsitzende Christine Engel, der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Pflege im Bayerischen Landtag Bernhard Seidenath, CSU-Ortsvorsitzender Max Riedl und MU-Kreisvorsitzender Stefan Behringer.

 

Inländische Produktion muss wieder attraktiver und lukrativer werden, war sich die Runde einig. Hierfür sei allen voran mehr Pragmatismus und weniger Bürokratie notwendig, wie Dr. Ebner unterstrich. Dies gelte gleichermaßen auch für die pharmazeutische Forschung und Entwicklung. War Deutschland hier vor nicht allzu lang Zeit mitunter führend in der Welt, erfolgte auch in diesem Bereich eine zunehmende Verlagerung ins Ausland bzw. in Staaten mit geringeren bürokratischen und gesetzlichen Hürden sowie weniger strengen Ethik- und Umweltauflagen.

Mit dem zunehmenden Apothekensterben in ländlichen Regionen wurde aus der Runde eine weitere Facette der Versorgungssicherheit thematisiert. Wo Apotheken weit entfernt sind, ist die Versorgungssicherheit der Bevölkerung mit Arzneimitteln gefährdet. Um hier gegenzusteuern würden mehr Studienplätze in der Pharmazie, eine bessere Vergütung der zunehmenden Mehrarbeit, eine Einschränkung der Retaxierung durch die Krankenkassen und eine Reduktion von Dokumentationspflichten benötigt, so die Forderungen an die Politik. Lob gab es wiederum für die Haltung der CSU am Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Medikamente festzuhalten. Stationäre Apotheken erfüllen eine essentielle Versorgungs- und Beratungsfunktion. Um ihr Überleben zu sichern, müsse man auch Verdienstmöglichkeiten anbieten.

Zusammenfassend hielt Seidenath fest, dass die Verfügbarkeit von Arzneimitteln in den kommenden Monaten wieder knapp werden könnte. Für den Freistaat Bayern nahm er in Anspruch, alles Menschenmögliche getan zu haben, um schlimmere Engpässe im bevorstehenden Herbst und Winter zu vermeiden. Auch dankte er explizit allen Apothekerinnen und Apothekern sowie Ärztinnen und Ärzten, die allesamt ihr Bestes versuchen, um die Situation zu meistern.

Leider fehle es aber an anderer Stelle weiter an der Erkenntnis eines Problembewusstseins, wodurch es nicht ausgeschlossen sei, dass mit den kühleren Temperaturen und mehr Infektionen auch wieder viele Standardmedikamente knapp werden. "Wir sehen und mit einer unbefriedigenden Situation konfrontiert, für die allen voran der Bundesgesundheitsminister die Verantwortung trägt", wie auch Dr. Ebner abschließend feststellt.


- SB


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Quellenangaben

CSU Kreisverband Freyung-Grafenau
Foto: Michael Süß

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