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25.05.2022 17:15 Uhr
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Niederbayern: Eine „Urlaubsreise“ – länderübergreifender Einsatz für die Passauer Kripo

Urlaubsreise der andern Art

PASSAU. Ein anfänglicher Vermisstenfall, der sich tags darauf erfreulicherweise als eine freiwillige Urlaubsreise herausgestellt hat, führte zu einem Großeinsatz der Passauer Kriminalpolizei.

Nachdem eine 24-jährige Frau aus dem östl. Landkreis Passau am Montag, 16.05.2022, von einem Bekannten bei der Passauer Polizei als vermisst gemeldet wurde und eine Freundin zudem am Nachmittag Anzeige wegen möglicher Straftaten zum Nachteil der 24-Jährigen Anzeige erstattete, hat die Kripo Passau die Ermittlungen übernommen.

Wie aus einem Chatprotokoll bekannt wurde, habe die 24-Jährige über ein Dating-Portal einen Mann kennengelernt und sei nun gegen ihren Willen in Richtung Italien unterwegs. Im Internet wurde von Bekannten über verschiedene soziale Netzwerke zur Suche nach der Vermissten aufgerufen.

Da der beschriebene Sachverhalt nach Bekanntwerden weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnte, wurde unter Leitung der Kripo Passau eine Ermittlungsgruppe eingerichtet.

Über das Bayerische Landeskriminalamt, sowie das Bundeskriminalamt sind umfangreiche Ermittlungen, u. a. in der Schweiz und in Italien eingeleitet worden, um so den Aufenthaltsort der vermeintlich Vermissten ausfindig zu machen. Sowohl die Verhandlungsgruppe als auch die neu gegründete Polizeiliche Betreuungsgruppe waren im Einsatz und kümmerten sich um die besorgten Angehörigen. Im Verlauf der weiteren intensiven und umfangreichen Ermittlungen ist es schließlich gelungen, telefonischen Kontakt zu der 24-Jährigen herzustellen und die Frau dazu zu bewegen, sich wenn möglich, mit der örtlichen Polizei in Verbindung zu setzen. Gegen 21.00 Uhr teilten die italienischen Behörden den Passauer Ermittlern mit, dass die Frau bei der Polizei in Salerno am 17.05.2022 abends zusammen mit ihrer Bekanntschaft erschien und dort glaubhaft und nachvollziehbar angab, lediglich eine „Auszeit“ gebraucht zu haben; sie sei wohlauf und auf einer Urlaubsreise. Zwischenzeitlich ist sie wieder nach Hause zurückgekehrt.

Was macht die Polizei, um vermisste Personen schnellstmöglich wiederzufinden?

Wir werden zur Abwehr von Gefahren für Gesundheit, Leib oder Leben die gesamte Bandbreite an zielführenden und sinnvollen Maßnahmen ausschöpfen. Als Bayerische Polizei greifen wir auf einen umfangreichen Erfahrungsschatz zurück, um alle tatsächlich wirkungsvollen Maßnahmen bei der Suche nach vermissten Personen einzusetzen. Wir werden alle Möglichkeiten, auch technische, zur Auffindung prüfen und ggf. in die Wege leiten. Beachten Sie jedoch bitte, dass es sich hierbei um rechtlich und technisch sehr komplexe Vorgänge handelt, die nicht in jedem Fall möglich oder zielführend sind.

Nicht eigenständig eine Vermisstensuche „posten“

Wie der vorliegende Fall gezeigt hat, werden häufig eigenständig und ohne Rücksprache mit der Polizei die Suche nach Vermissten auf den Social Media Kanälen veröffentlicht. Hiervon raten wir ab!

Die Suche von vermissten Personen über Social Media kann ein wertvolles und geeignetes Instrument bei der Suche nach vermissten Personen sein. Auch hier gilt es, sorgsam Nutzen, Risiken und Gefahren abzuwägen. Über die polizeilichen Social-Media-Kanäle stehen uns reichweitenstarke Social-Media-Profile zur Verfügung, die immer dann bei der Suche nach vermissten Personen zum Einsatz kommen, wenn es sinnvoll und zielführend ist. Auch hier werden wir als Polizei von uns aus – nach Rücksprache mit Ihnen – tätig. Aufgrund der gut vernetzten polizeilichen Social-Media-Accounts erreichen veröffentlichte Beiträge regelmäßig hunderttausende Menschen. Wenn durch unsere bayerischen Polizei-Accounts ein entsprechender Beitrag veröffentlicht wurde, können Sie bei der Verbreitung helfen, indem Sie diesen Beitrag teilen.

Weitere Infos sind dem Flyer „VERMISST!“ zu entnehmen.

Veröffentlicht: 23.05.2022,  14:18 Uhr 


Polizeipräsidium NiederbayernStraubing

Quellenangaben

Polizeipräsidium Niederbayern

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