Maria-Ward-Platz 1
94469 Deggendorf
Eröffnung unter Anwesenheit des Künstlers
Am Sonntag, 08.02.2026, um 11:00 Uhr eröffnet im Handwerksmuseum Deggendorf die Ausstellung Landschaffen · Leibesflucht von G. Jo. Hruschka. Der Künstler aus Zwiesel zeigt zwei Werkgruppen, die sich formal unterscheiden und inhaltlich aufeinander beziehen.
Landschaffen und Leibesflucht thematisieren innere und äußere Räume: Landschaften aus Farbe und Bewegung, Körper im Zustand der Auflösung. Zwischen Malerei, Zeichnung und Glas entfaltet sich ein Werk, das von handwerklicher Präzision geprägt ist.
G. Jo. Hruschka, in Zwiesel geboren und durch das Glas geprägt, wendet sich in den letzten Jahren intensiv der Malerei zu. Mit Acryl auf Leinwand entwickelt er eine Bildsprache, die sich zunehmend vom Gegenständlichen löst und der informellen Malerei annähert. In der Serie Landschaffen entstehen keine Landschaftsbilder im klassischen Sinn: Farbe, Schichtung und Bewegung erzeugen offene Bildräume, die weniger abbilden als erfahrbar machen.
Einen Gegenpol bilden die Tusche- und Aquarellzeichnungen auf Papier. Kleinformatig und reduziert erinnern sie trotz ihrer Abstraktion an Figuren oder Figurenpaare. Unter dem Titel Leibesflucht beschäftigen sich diese Arbeiten mit dem Körper als Zustand: mit Nähe und Distanz, mit Bewegung, Spannung und Auflösung. Glasobjekte, Installationen und kleine Glasmalereien erweitern diesen Themenkreis.
G. Jo. Hruschka, geboren 1957, absolvierte seine Ausbildung an der Staatlichen Fachschule für Glas in Zwiesel mit den Schwerpunkten Glasmalerei und Glasgestaltung. Bereits früh wurde seine Arbeit ausgezeichnet, unter anderem als Landessieger im Leistungswettbewerb der Handwerksjugend. Nach mehreren Jahren praktischer Tätigkeit als Glasmaler, unter anderem in der Werkstatt seines Vaters sowie in der Zusammenarbeit mit Erwin Eisch, führten Studienreisen nach Amerika zu einer Erweiterung seines künstlerischen Horizonts.
Seit 1988 arbeitet Hruschka freischaffend, wirkte als Kursleiter und realisierte zahlreiche Ausstellungen sowie Kunstprojekte im öffentlichen Raum. 1991 begründete er das Atelier Männerhaut in Frauenau mit und ist seither dort tätig. Sein Werk bewegt sich bis heute an der Schnittstelle von Handwerk und freier Kunst, von Glas, Malerei und Zeichnung, stets getragen von der Suche nach neuen Ausdrucksformen.


Handwerksmuseum Deggendorf