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12.03.2021 07:00 Uhr
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Holetschek: Impfbündnis aus Ärzten, Apothekern, Impfzentren und Freistaat startet am 1. April – Bayerns Gesundheitsminister: Ärzte sind bereit

Bayern schließt mit den niedergelassenen Ärzten, den Apothekern sowie den Landkreisen und kreisfreien Städten mit ihren Impfzentren ab Anfang April ein Impfbündnis. Die Einbindung der Ärzte und Apotheker stellt eine wichtige Weiterentwicklung in der Bayerischen Impfstrategie dar.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagte am Freitag: "In Bayern werden ab Anfang April die niedergelassenen Ärzte als zweite Säule die Bayerische Impfstrategie ergänzen. Wir erwarten, dass die Impfstofflieferungen des Bundes die Arztpraxen in die Lage versetzt,  ihren Patienten zum 1. April ein Impfangebot machen zu können. Gemeinsam mit den Ärzten, den lokalen Impfzentren und den Apotheken als Logistikpartner der Praxen bilden wir ein Impfbündnis, mit dem wir die Impfgeschwindigkeit nochmals erhöhen wollen. Insbesondere chronisch Kranke, mobilitätseingeschränkte Menschen und immobile Menschen profitieren davon enorm."

Der Gesundheitsminister ergänzte: "Wir bauen künftig auf zwei Säulen: Die Impfzentren bilden eine Säule.  Damit sichern wir regelmäßige Impfungen in allen Teilen Bayerns. Die Ärzte kommen nun als eine weitere tragende Säule dazu. Bund und Länder haben ein kluges und stabiles Belieferungsmodell vereinbart, das die Belieferung der Impfzentren auf einem hohen Niveau sichert. Gleichzeitig wird Schritt für Schritt, nach Verfügbarkeit des Impfstoffs, eine immer größer werdende Anzahl an Impfungen durch niedergelassene Ärzte ermöglicht."

Die Kapazitäten der Impfzentren bleiben auf dem jetzigen Niveau. Staatsminister Holetschek: "Der Bund hat versichert, dass den Impfzentren in Deutschland ab April 2,25 Millionen Dosen pro Woche zur Verfügung stehen. Den bayerischen Anteil von circa 350.000 Dosen pro Woche verteilen wir an die Impfzentren, um die bereits vergebenen Termine weiterhin zuverlässig einhalten zu können. Darüber hinausgehende Lieferungen werden den Arztpraxen im Rahmen der Regelversorgung zur Verimpfung zur Verfügung gestellt. Auf Basis der Prognose des Bundes gehen wir davon aus, dass beispielsweise schon in der Woche nach Ostern rund 121.000 Impfdosen in den Arztpraxen verimpft werden können. Diese Summe soll sich im Verlauf des April und Mai wöchentlich weiter erhöhen. Darüber bin ich sehr froh, denn die Ärzte kennen ihre Patienten am besten und leisten täglich vollen Einsatz. Mit dem Schulterschluss aus niedergelassenen Ärzten, den Impfzentren der Landkreise und kreisfreien Städte sowie dem Freistaat schaffen wir ein verlässliches, flexibles und bürgerorientiertes System", sagte Holetschek. Dieses wird in einem nächsten Schritt durch die Betriebsärzte komplettiert.

In einer Videokonferenz mit Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, der Bayerischen Landesärztekammer, des Bayerischen Hausärzteverbandes, des Bayerischen Landkreistags und Bayerischen Städtetags sowie des Bayerischen Apothekerverbandes verständigten sich die Teilnehmer auf eine hohe Flexibilität der beiden Systeme. Alle Teilnehmer betonten die Wichtigkeit der Prioritäteneinstufung nach der Coronavirus-Impfverordnung.

Aus Sicht von Dr. Gerald Quitterer, dem Präsidenten der Bayerischen Landesärztekammer, ist es jetzt an der Zeit und notwendig, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte in die Impfungen einzubeziehen mit den beiden Prämissen, dass die Coronavirus-Impfverordnung als Handlungsempfehlung interpretiert und die Dokumentation vereinfacht wird.

Christian Bernreiter, Präsident des Bayerischen Landkreistags, sagte: „Gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten haben wir ein Ziel: Die zügige Impfung unserer Bevölkerung. Transparenz und eine gleichmäßige Verteilung des Impfstoffes anhand der Einwohnerzahlen in ganz Bayern hat für uns oberste Priorität. Unsere Impfzentren haben den Start der Impfkampagne ermöglicht. Sie haben bisher sehr gut funktioniert und bilden weiter einen wichtigen Baustein in der Versorgung der Bürgerinnen und Bürger. Bisher wurde bei uns jeder vorhandene Impfstoff zeitnah verimpft. Wir begrüßen die Einbindung der Ärzte, stellen jedoch fest, dass allein damit keine einzige zusätzliche Impfdosis zur Verfügung steht! Gemeinsam sind wir auf eine verlässliche Impfstofflieferung durch den Bund angewiesen.“

Dr. Wolfgang Krombholz, Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern, fügte hinzu: „Wir begrüßen es sehr, dass die Bayerische Staatsregierung zu ihrer Aussage steht, dass das Impfen in den Praxen ab dem 1. April endlich beginnen kann. Wir sind uns vollkommen bewusst, dass die ersten Impfstoffchargen für die Praxen zunächst gering sein werden. Dies wird sich aber im Laufe des Aprils schrittweise ändern, so dass die Impfkampagne über die Niedergelassenen peu à peu Fahrt aufnehmen kann.“

Dr. Markus Beier, Landesvorsitzender Bayerischer Hausärzteverband e.V., sagte: „Es ist ein ganz wichtiger Schritt für unsere Patientinnen und Patienten, dass ab dem 1. April 2021 auch unsere hausärztlichen Praxen zum Ort des COVID-19-Impfens werden. Wir Hausärztinnen und Hausärzte stehen mit unseren Teams und unserer Impferfahrung bereit, die uns vertrauten Menschen in diesem aktuell zentralen Punkt der Pandemiebekämpfung medizinisch zu betreuen und dabei die richtigen Priorisierungen vorzunehmen.“

Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr, Vorsitzender des Bayerischen Städtetags, bekräftigte: „Es ist sehr zu begrüßen, dass ab April die niedergelassenen Ärzte in die Impfstrategie einbezogen werden. Gemeinsam mit den regionalen Impfzentren wächst damit ein gutes flächendeckendes Impfbündnis. Derzeit bleibt das Kernproblem: Jetzt muss ausreichend Impfstoff geliefert werden!“

Holetschek ergänzte: "Die Ärzte haben uns signalisiert, dass sie bereit sind, eine tragende Rolle in der Bayerischen Impfstrategie zu übernehmen. Bereits jetzt unterstützen mehr als 200 Arztpraxen in Pilotprojekten bei der Impfung. Wir bereiten aber nun mit diesem Bündnis die Grundlage für den nächsten großen Schritt vor, den Übergang in die Regelversorgung durch die Arztpraxen. Ich bin überzeugt, dass jetzt schon ein Großteil der Haus- und Facharztpraxen ihren Patienten ein Impfangebot machen will."

"Allen muss dabei klar sein: Nur wenn wir große Mengen an Impfstoff bekommen, können Ärzte und Impfzentren gemeinsam ihre vollen Kapazitäten ausspielen. Angesichts der erwarteten Liefermenge durch den Bund wird in den ersten Wochen im April die Nachfrage in den Praxen das Angebot übersteigen. Ich sage deutlich: Das ist ein aufwachsendes System! Sobald uns der Bund ausreichend Impfstoff liefert, wächst das breite Impfangebot für die Menschen in Bayern noch weiter. Die Partner des bayerischen Impfbündnisses stehen bereit."

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Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und PflegeMünchen

Quellenangaben

www.stmgp.bayern.de/

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