„Zwei starke Regionen noch stärker machen“

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06.11.2014
Grafenau
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CIMA: Der niederbayerische Handel hat sich gut entwickelt

Die aktuelle Untersuchung der Kaufkraftströme und Einzelhandelsstrukturen im niederbayerisch-oberösterreichischen Grenzraum bringt es ans Licht: die niederbayerischen Handelsstandorte sind attraktiv und haben eine hohe Kaufkraftbindung.

 

Hohe „Standorttreue“ der Niederbayern

Ein erstes zentrales Ergebnis der Studie zeigt, dass sowohl die Niederbayern als auch die Konsumenten aus dem oberösterreichischen Raum vorwiegend „zuhause“ einkaufen. 83 % der gesamten einzelhandelsspezifischen Kaufkraft im niederbayerischen Grenzraum kaufen auch hier. Bei den untersuchten Leitsortimenten sind bei den „Waren des täglichen Bedarfs“ (Lebensmittel und Drogeriewaren) die höchsten Bindungen festzustellen. Regional- und standortspezifisch betrachtet sind die Kaufkrafteigenbindungsquoten unterschiedlich stark ausgeprägt. Passau führt das Ranking im Grenzraum mit einer Bindung von 90 % an, gefolgt von Pfarrkirchen (85 %) und Deggendorf (84 %).

IMG_0010.JPGNiederbayerische Handelsstandorte attraktiv für Innviertler und Mühlviertler

Schon lange vor dem EU-Beitritt Österreichs bestanden intensive Kaufkraftverflechtungen zwischen dem niederbayerischen Grenzraum sowie dem Innviertel und dem Bezirk Rohrbach. Gegenwärtig können die niederbayerischen Einkaufsstandorte um 25,6 Millionen Euro mehr an Kaufkraft aus den drei Innviertler Bezirken bzw. dem Raum Rohrbach anziehen wie abgegeben. 2007 lag dieser Wert noch bei 5 Millionen Euro.

Online-Shopping als ernstzunehmende Konkurrenz

Mittlerweile hat sich die Konkurrenz aus dem Internet zu einer ernstzunehmenden Konkurrenz für den stationären Einzelhandel entwickelt. Die niederbayerischen Grenzlandkreise verlieren in Summe 105 Millionen Euro an den Online-Handel (4 % der Kaufkraft). Hier zeigt sich ein ähnliches Bild wie in Oberösterreich (5 %). Der Buchhandel ist am stärksten betroffen, gefolgt vom Modesektor sowie Elektrohandel.

Umsatzwert in Passau unterstreicht Shoppingattraktivität der Drei-Flüsse-Stadt

Die 20 niederbayerischen grenznahen Handelsstandorte erwirtschaften 2,53 Milliarden Euro Umsatz. Passau liegt mit einem Umsatz von 704,1 Millionen Euro weit vor allen anderen regionalen Mitbewerbern. Sofern entsprechende Angebote vor Ort vorhanden sind, kaufen Touristen gerne und ausgiebig im heimischen Einzelhandel ein. 24 % des niederbayerischen Einzelhandelsumsatzes basiert aus Einkäufen von Tages- und Übernachtungstouristen. Die Studie zeigt auch auf, dass in vielen, vor allem kleineren und tourismusintensiven Handelsdestinationen der Tourismus maßgeblich zur Prosperität des lokalen Handels beiträgt.

 

IMG_0017.JPG

Bild: Viel Gemeinsames – sowohl ähnliche Verhaltensweisen der Kunden als auch fast identische Ableitungen für künftige Handlungsfelder der  Wirtschaftspolitik fanden die Auftraggeber der grenzüberschreitenden Kaufkraftstromanalyse bei der Vorstellung der Ergebnisse am Montag in Linz (von links):  MdL Erwin Huber, Oberösterreichs Landeswirtschaftsrat Dr. Michael Strugl, WKOÖ-Präsident Dr. Rudolf Trauner, die
CIMA-Vertreter Roland Murauer und Michael Seidel sowie IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart.

 

Niederbayerische Statements zur Kaufkraftstromanalyse:

1.)    Erwin Huber, MdL, Staatsminister a.D., Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses im Bayerischen Landtag:

„Zwei starke Regionen verflechten und weiter stärken“

„Die Zusammenarbeit zwischen Oberösterreich und Niederbayern ist Grundlage für wirtschaftliche Prosperität, Kaufkraft und Wohlstand in beiden Regionen, also eine echte win-win-Situation für die Menschen. Wir sind nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch, kulturell und sozial in guter und enger Kooperation verbunden, was wir von bayerischer Seite intensiv unterstützen und engagiert weiterführen wollen.

Ein sehr wichtiger Aspekt dabei ist der Ausbau der Infrastruktur in der Grenzregion. Sie ist die Basis für wirtschaftliche Entwicklung. Das heißt auf bayerischer Seite die Fertigstellung der A 94 zwischen München und Passau, die wir etwa 2018 erwarten; zugleich muss die A 3 zwischen Passau und Regensburg verkehrsgerecht ausgebaut werden. Positiv ist sicher, dass die Pläne für eine Maut auf deutscher Seite im kleinen Grenzverkehr keine Rolle spielen werden, weil für ausländische PKW Maut nach dem letzten Gesetzentwurf nur auf unseren Autobahnen  erhoben werden soll. Bei der Landesentwicklung muss die Attraktivität der ländlichen Räume unter dem Aspekt der demografischen Entwicklung erhalten bleiben. Das gilt besonders auch für den Ausbau des sog. schnellen Internets als unverzichtbare moderne Infrastruktur. Im Handelsbereich muss die Qualitätsverbesserung für die vorhandenen Flächen gegenüber der Zulassung von neuen Großprojekten unbedingt Vorrang genießen. Ich halte die Zulassung weiterer Großprojekte sogar für schädlich, denn sie gefährden den mittelständischen Handel.“

 

2.) Walter Keilbart, Hauptgeschäftsführer der IHK Niederbayern:

„Unsere Aufgabe: Lebendigkeit der Innenstädte erhalten“

„Das Zusammenwachsen europäischer Nachbarstaaten hat in unserer Nachbarregion zu Oberösterreich traditionell ganz besondere Bedeutung. Für die IHK Niederbayern stand im Vordergrund, auf Basis von verlässlichen Daten die Stärken des niederbayerisch-oberösterreichischen Grenzraums herauszuarbeiten sowie Verbesserungspotentiale zu identifizieren. Die Ergebnisse sprechen für sich: hier kommunizieren und agieren zwei Regionen in einem partnerschaftlichen Miteinander auf Augenhöhe, mit einer gemeinsamen Wirtschaftskraft, die vor wenigen Jahren so noch nicht vorstellbar. 

Aus der Standortverflechtungsanalyse, die die IHK Niederbayern zusammen mit dem Handwerk im Frühjahr diesen Jahres vorgestellt hat, wissen wir, dass über 90 Prozent unserer Betriebe über eine Vielzahl externer wirtschaftlicher Verflechtungen verfügen; insbesondere Oberösterreich ist hier an erster Stelle zu nennen.

Nun ist es unsere gemeinsame Aufgabe, die Potentiale auf beiden Seiten der Grenze zu steigern, beispielsweise im Hinblick auf die Flächenproduktivität der Handelsstandorte. Einen weiteren Ausbau der Handelsflächen halten wir vor dem Hintergrund der teilweise schon jetzt dichten Angebotsstrukturen sowie dem immer stärker werdenden Onlinehandel für den falschen Weg. Eine interessante Erkenntnis aus der Studie ist auch, dass wir uns künftig in der Stadtentwicklung viel stärker bemühen müssen, neben den Vorgaben der Raumplanung auch Aspekte wie Nahversorgung, Versorgungsqualität oder auch Lebendigkeit der Innenstädte in das Zentrum unserer Überlegungen zu rücken. Dazu zählt ganz vorrangig die verkehrlicher Erreichbarkeit der jeweiligen Standorte wie auch die örtliche Verfügbarkeit zentrumsnaher Parkplatzangebote. Wenn dann noch möglichst übergreifende, aber einheitliche Marketingaktivitäten hinzukommen, hilft das jedem einzelnen Gewerbetreibenden. Die Breite der Angebote und eine gegliederte Sortimentsstruktur sind wesentliche Erfolgsfaktoren.

 

Hintergrundinfos zur Studie:

Die Studie, die von der IHK Niederbayern, der Wirtschaftskammer Oberösterreich (WKOÖ) sowie vom Land Oberösterreich initiiert und mit EU-Mitteln aus dem INTERREG-Programm Bayern-Österreich finanziert wurde, stellt die bisher umfassendste Erhebung dieser Art dar. Im Zeitraum Oktober 2013 bis Juli 2014 wurden vom Auftragnehmer, der CIMA Beratung + Management GmbH, insgesamt 18.630 Haushalte in Niederbayern, Oberösterreich sowie in angrenzenden Räumen des Untersuchungsgebiets hinsichtlich ihres Einkaufsverhaltens interviewt. Außerdem wurden im Rahmen einer Branchenmixanalyse vor Ort die wichtigsten Handelsdaten, wie beispielsweise Verkaufsfläche, Betriebstyp, Branche, Sortimentsstruktur erhoben.  Auf niederbayerischer Seite konzentrierten sich die Erhebungen auf so genannte Schlüsselgemeinden in den Landkreisen Deggendorf, Freyung-Grafenau, Passau und Rottal-Inn.


- EK



Quellenangaben

Industrie- und Handelskammer für Niederbayern in Passau

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