Professor Erkens von der Universität Passau beleuchtet Heimatgeschichte
„Ich möchte Ihnen heute nicht erneut die historischen Daten Ihres Heimatortes vortragen, sondern diese Geschichte einspannen in das sie bestimmende Koordinatensystem herrschaftlicher Beziehungen und wirtschaftlicher Zusammenhänge. Dabei werde ich mich auf den Zeitraum beschränken, mit dem ich mich professionell beschäftige, auf das Mittelalter also, konkret auf die Zeit zwischen 1000 und 1500….“, so Professor Dr. Franz-Reiner Erkens von der Universität Passau, Inhaber des Lehrstuhls für mittelalterliche Geschichte. Mit diesen Worten begann der Fachmann seinen wissenschaftlichen Vortrag, den er gekonnt in allgemein verständliche Worte gefasst und die 35 Besucher mit großem Fachwissen begeistert hat.
Professor Erkens ist einer Einladung des Heimat- und Museumsvereins Waldkirchen, der KEB Freyung-Grafenau und der Pfarrei Waldkirchen in das Waldkirchner Pfarrheim gefolgt. Er hielt einen Vortrag über das Thema „Diözese und Hochstift Passau, das Abteiland und der Goldene Steig und eine königliche Schenkung von 2010“. Der Referent, der ursprünglich aus Köln stammt, und in Passau auch in der Funktion als Leiter des „Instituts für Kulturraumforschung und Nachbarregionen“ seine wissenschaftlichen Arbeiten intensiviert, beschäftigt sich hauptsächlich mit mittelalterlichem Königtum, der Verbindung zwischen geistlicher und weltlicher Macht und ist deshalb auch ein anerkannter Fachmann für Stadt- und Bistumsgeschichte Passaus.
Erkens hat es an diesem Abend hervorragend verstanden, die geschichtlichen Zusammenhänge für die ganze Region anschaulich zu erklären. Den interessierten Zuhörern wurde die Bedeutung Waldkirchens im Mittelalter durch die glückliche Lage am Goldenen Steig nahegebracht. Der Markt lag nach einer Tagesreise von Passau kommend geografisch günstig als Kreuzungspunkt mit der Klafferstrass: „ Diese Lage schuf die Bedingungen für wirtschaftlichen Aufstieg und lang anhaltende, bis in das 17 Jahrhundert hineinreichende Prosperität und bildete damit auch Basis für die rechtliche Sonderstellung des Marktes. In seiner Blütezeit jedoch ist der Ort nicht zu einem überlokalen Verwaltungszentrum der Fürstbischöfe geworden, deren Hoheit er immer strikt unterworfen blieb und an deren politischen Entscheidungen er nur in Maßen und als nur vorübergehend teilnehmen konnte“, so der Fachmann. Waldkirchen konnte sich trotzdem der Förderung durch den bischöflichen Landesherrn sicher sein, wovon nicht zuletzt noch heute die mächtigen Stadtmauern als Befestigung zeugen. Mit einer verschmitzten Anspielung auf die im Jahr 2010 installierte Beleuchtung der im Jahr 1470 erbauten Stadtmauer stellte Erkens fest, „dass die Gesamtanlage heute eine touristische Attraktion darstellt – was man aber vor mehr als eine halben Jahrtausend wohl nicht ahnen konnte – und deren Existenz sich nun auf eine neue Weise mit weitausstrahlendem Handel und Wandel verbindet.“
Natürlich durfte in seinem Fachvortrag das Datum „19. April 1010“ nicht fehlen, als König Heinrich II. die Urkunden über den böhmischen Zoll und die Schenkung des Nordwalds ausstellen ließ. Erkens ging darauf ein, dass die eine Urkunde unzweifelhaft mit Heinrich II. in Verbindung gebracht wird, bei der Schenkungsurkunde für den Nordwald es allerdings berechtigte Zweifel an der Echtheit gab und gibt. Trotz aller Bedenken an der Echtheit dieses Dokuments ist das Ergebnis aller Entscheidungen, dass der Goldene Steig als „Lebensader der Region“ in die Geschichte eingegangen ist und den südlichen Bayerischen Wald und den Böhmerwald wirtschaftlich erschlossen hat. Auch der Name „Paul Praxl“ tauchte beim Professor aus Passau des Öfteren auf. Der anerkannte Heimatforscher hat mit seinen Werken wesentlich dazu beigetragen, Licht ins Dunkel der Geschichte zu bringen und Heimatgeschichte verständlich zu machen. Professor Erkens griff auch diese Forschungen auf, jonglierte gekonnt und sicher mit Statistiken aus der bewegten Geschichte und zeigte anhand der bischöflichen Steuerlisten die wirtschaftliche Bedeutung Waldkirchens im Mittelalter auf.
Christian Seidel, Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins Waldkirchen, bedankte sich bei Professor Erkens ausdrücklich für den hervorragenden Vortrag, der „mit einer Prägnanz der Aussagen besticht und alle begeistert hat.“ Im Anschluss an diesen lebendigen Vortragsabend hat eine kleinere Besuchergruppe noch im Gasthaus Lamperstorfer den schönen Vortragsabend ausklingen lassen.
Der Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins Waldkirchen wies am Schluss des Vortrages noch auf eine Veranstaltung hin, die ihre Schatten vorauswirft: Am Freitag, den 29. Oktober 2010, findet im Museum Goldener Steig im Rahmen der „Langen Nacht der Museen im Landkreis Freyung-Grafenau“ von 17 bis 22 Uhr ein bunter und kultureller Abend statt. Nach dem großen Erfolg der ersten Museumsnacht im letzten Jahr, bietet auch das Museum Goldener Steig bei freiem Eintritt wieder die Möglichkeit, mit Getränken und Säumerbrotzeit sowie bei Live-Musik von Otto Öllinger und der Buchpräsentation von Stadtarchivar Richard Schiffler, in lockerer Runde bei einem Glas Wein im Waldkirchner Museum ins Gespräch zu kommen. Seidel lud Mitglieder, Freunde und Bekannte aus nah und fern zu diesem geselligen Abend ein.
Professor Erkens
- MD
Quellenangaben
Heimat- und Museumsverein Waldkirchen
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