Beim ersten Psychose-Seminar des Jahres in Straubing stand ein aktuelles und gesellschaftlich viel diskutiertes Thema im Mittelpunkt: der Zusammenhang zwischen Psychosen und Cannabiskonsum. Referent der Veranstaltung war Ernest Fischmann, Facharzt für Psychiatrie am Gesundheitsamt Straubing-Bogen.
Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich über aktuelle Erkenntnisse zu informieren und miteinander ins Gespräch zu kommen. Im Fokus des Seminars stand der Cannabiskonsum und seine mögliche Bedeutung für die Entwicklung von Psychosen.
Schätzungen zufolge konsumieren in Deutschland rund 4,5 Millionen Menschen Cannabis. Besonders verbreitet ist der Konsum unter jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 25 Jahren, die die höchste Konsumrate aufweisen. Seit dem 1. April 2024 ist Cannabis in Deutschland teilweise legalisiert. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine sachliche Information über mögliche gesundheitliche Auswirkungen an Bedeutung, insbesondere für Menschen mit einer erhöhten Vulnerabilität für psychische Erkrankungen.
Das Psychose-Seminar ist als sogenanntes trialogisches Veranstaltungsformat angelegt. Fachkräfte aus dem psychiatrischen und psychosozialen Versorgungssystem, Menschen mit eigener Psychoseerfahrung sowie Angehörige begegnen sich dabei auf Augenhöhe und tauschen ihre Perspektiven aus.

Valentin Stollberg (PSAG Vorstand, BTZ-VdK Rehawerk Straubing), Ernest Fischmann (Facharzt für Psychiatrie am Gesundheitsamt Straubing-Bogen), Luisa Hammerschmied (1. Vorsitzende PSAG, Moderation, BRK Sozialpsychiatrischer Dienst Straubing) und Christina Drexler (PSAG Geschäftsführung am Gesundheitsamt Straubing-Bogen, von links).
Im Mittelpunkt steht somit nicht nur die fachliche Wissensvermittlung, sondern auch der offene Dialog über Erfahrungen, Fragen und unterschiedliche Sichtweisen. Das Format fördert gegenseitiges Verständnis zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten, ermöglicht eine niedrigschwellige Information über psychische Erkrankungen, trägt zum Abbau von Vorurteilen und Stigmatisierung bei und stärkt Betroffene sowie Angehörige darin, ihre Erfahrungen aktiv einzubringen.
Die Veranstaltungsreihe wird von der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Straubing-Bogen in Kooperation mit dem BTZ-VdK Rehawerk Straubing organisiert. Ziel ist es, Informationen über psychische Erkrankungen zugänglich zu machen, den Austausch zwischen Betroffenen, Angehörigen und Fachkräften zu fördern und die Öffentlichkeit für Themen der seelischen Gesundheit zu sensibilisieren.
Die PSAG Straubing-Bogen ist ein Netzwerk aus Einrichtungen, Diensten, Behörden sowie Betroffenen- und Angehörigenvertretungen im Bereich der psychischen Gesundheit. Sie dient dem Austausch und der besseren Vernetzung der Hilfsangebote, um die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Region weiter zu verbessern.

Landratsamt Straubing-Bogen