Ist der Nationalpark poetisch? Und kann Kunst gleichzeitig wild sein? In der Ausstellung Poesie und Wildnis im Haus zur Wildnis gibt die freischaffende Künstlerin Gabi Hanner darauf eine klare Antwort: Ja.
Bei der Vernissage nahm die Bildhauerin aus Freyung die Gäste mit in ihre Welt und erklärte, warum sich Kunst und Wildnis für sie so nah sind. In beiden stecke der schöpferische Akt, Kreativität und das Entstehen von Neuem.
Sabine Eisch, Leiterin des Hauses zur Wildnis, freute sich, dass die seit 1991 freischaffende Künstlerin und Kulturpreisträgerin des Landkreises Freyung-Grafenau ihre Werke nun in der Nationalparkeinrichtung präsentiert. Bereits zuvor war Hanner mehrfach im Nationalpark zu Gast, zuletzt 2021 mit der Ausstellung Der gefühlte Wald im Waldgeschichtlichen Museum in St. Oswald. Zudem war sie bei der Einrichtung des Erlebnisraums für die Farbgestaltung verantwortlich.
In ihrer Laudatio bezeichnete Dr. Ursula Diepolder die Künstlerin als Waldläuferin mit Naturverbundenheit seit Kindesbeinen an. Inspiration am Schreibtisch sei nichts für Hanner: Bei ihren täglichen Spaziergängen, vorzugsweise im Nationalpark, entstehen Gedanken, Motive und Ideen. Die Auswahl der Werke für die Ausstellung habe sie nach deren Wildheit getroffen.

Freuen sich über die gelungene Ausstellung: Sabine Eisch, Leiterin vom Haus zur Wildnis (v.l.), Künstlerin Gabi Hanner, Karl-Heinz Reimeier und Dr. Ursula Diepolder.
Wildheit werde oft als etwas Chaotisches verstanden. Genau hier setzt Hanner an: Sie möchte, dass Wildnis als Vielfalt, Wachstum und Erneuerung gesehen wird. Am Ende der Vernissage lud sie die Besucher ein, sich Zeit zu nehmen und Bilder sowie Skulpturen länger zu betrachten. So könne sich der Blick ändern, neue Perspektiven entstehen und daraus Staunen werden: Kunst und Wildnis schaffen Tore, durch die man die Welt mit neuen Augen sehen kann, wenn man sich darauf einlässt.
Zum Abschluss dankte Gabi Hanner Karl-Heinz Reimeier für die musikalische Umrahmung und Dr. Ursula Diepolder für die Laudatio. Außerdem lobte sie das Team vom Haus zur Wildnis für die professionelle Zusammenarbeit bei der Organisation der Ausstellung.

Nationalparkverwaltung Bayerischer Wald