Gerlach wirbt für FSME-Schutzimpfung – Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin: In Bayern neuer Höchstwert von FSME-Fällen infolge von Zeckenstichen im Jahr 2024 – Stadt Augsburg als neues FSME-Risikogebiet eingestuft

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27.02.2025 10:45 Uhr
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Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach wirbt für Schutzimpfung gegen die von Zecken übertragbare Hirnhautentzündung (Frühsommer-Meningoenzephalitis, FSME). Gerlach betonte am Donnerstag mit Blick auf die Ausweisung der Stadt Augsburg als FSME-Risikogebiet durch das Robert Koch-Institut (RKI): „Das Robert Koch-Institut hat bekannt gegeben, dass nun auch die Stadt Augsburg zu den FSME-Risikogebieten zählt. Damit sind in Bayern 95 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte des Freistaates als Gebiete eingestuft, in denen bei einem Zeckenstich ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem FSME-Virus besteht. Nur die Stadt Schweinfurt ist noch nicht als solches eingestuft.“

Aufgrund des milden Winters sind Zecken bereits jetzt aktiv. Auch in Bayern wurden in diesem Jahr schon die ersten zwei FSME-Fälle gemeldet.

Die Ministerin ergänzte: „Um für die diesjährige Zeckensaison einen wirksamen Schutz gegen die FSME aufbauen zu können, sollten ungeimpfte Personen möglichst jetzt mit der Impfserie beginnen. Frühestens nach der zweiten Impfung besteht ein – noch zeitlich begrenzter – Schutz vor FSME. Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb eines Jahres erforderlich.“

Dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wurden im Jahr 2024 insgesamt 311 FSME-Fälle gemeldet. Dies ist ein neuer Höchstwert an jährlich gemeldeten FSME-Fällen in Bayern seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. Im Jahr 2023 waren es 233 Fälle und 2022 insgesamt 266 Fälle.

Gerlach unterstrich: „Die FSME-Impfquoten in Bayern sind insgesamt verbesserungswürdig. So besitzt lediglich gut ein Fünftel der Erwachsenen einen aktuellen FSME-Impfschutz. Auch Kinder sind gefährdet, an FSME zu erkranken. In Bayern sind aber nur knapp 37 Prozent der Schulanfängerinnen und Schulanfänger gegen FSME geimpft.“

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für Personen, die in Risikogebieten mit Zecken in Kontakt kommen könnten. Nahezu der gesamte Freistaat ist mittlerweile vom Robert Koch-Institut (RKI) als FSME-Risikogebiet eingestuft. Deshalb wird zur FSME-Impfung in Bayern ohne geografische Einschränkung öffentlich geraten.

Die Impfung gegen FSME ist in der Regel sehr gut verträglich und wird im Freistaat von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Menschen, die bereits grundimmunisiert sind, sollten unbedingt an fällige Auffrischungsimpfungen denken. Die erste Auffrischungsimpfung wird im Abstand von drei Jahren nach der Grundimmunisierung fällig. Weitere Auffrischungsimpfungen sollten – abhängig von der Altersgruppe und dem verwendeten Impfstoff – in Abständen von drei bis fünf Jahren verabreicht werden.

Gerlach ergänzte: „Zecken können neben dem FSME-Virus auch Bakterien übertragen, die Lyme-Borreliose verursachen können. Das ist die häufigste zeckenübertragene Krankheit in Deutschland. Gegen diese Infektionskrankheit schützt derzeit leider keine Impfung. Bei ihr kann es auch Monate nach dem Stich noch unter anderem zu schmerzhaften Nerven- oder Gelenkentzündungen kommen. Deshalb ist eine möglichst frühzeitige Diagnose wichtig.“

Dr. Christian Weidner, Präsident des LGL, ergänzte: „Borreliose kann gut mit Antibiotika therapiert werden. Je früher die Therapie beginnt, umso besser. Die Lyme-Borreliose ist meist erkennbar an der sogenannten Wanderröte, einer ringförmigen Rötung um die Zeckenstichstelle. Bemerkt man einen Zeckenstich, sollte die Zecke möglichst frühzeitig entfernt und die Hautstelle in den Tagen und Wochen nach dem Stich auf das Auftreten der Wanderröte beobachtet werden. Wenn eine Wanderröte oder andere auffällige Symptome auftreten, sollte umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufgesucht werden.“

Weidner ergänzte: „Mit dem Nationalen Referenzzentrum für Borrelien am LGL leistet Bayern zudem einen wichtigen Beitrag, Borreliose weiter zu erforschen, auch in Hinblick auf den Klimawandel.  Dies kommt am Ende auch der medizinischen Versorgung zugute.“

In diesem Jahr wurden dem LGL bislang 112 Borreliose-Fälle gemeldet (Stand: 24.02.2025) – im gleichen Vorjahreszeitraum (Meldewoche 1 bis 8) waren es 110 Borreliose-Fälle. Im Jahr 2024 wurden insgesamt 4.054 Borreliose-Fälle in Bayern gemeldet, 2023 waren es 3.282 Fälle.

Weitere Informationen gibt es unter: www.stmgp.bayern.de/vorsorge/infektionsschutz/zecken/ und https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/fsme/.

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Quellenangaben

www.stmgp.bayern.de/

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