FILMTIPP: CAPTIVE STATE

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19.10.2023
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FREIHEIT! WIR HOLEN SIE UNS ZURÜCK!

Es müssen nicht immer Action-Blockbuster wie KRIEG DER WELTEN oder INDEPENDENCE DAY: WIEDERKEHR sein. Alien- bzw. Invasionsfilme kann man auch ganz ohne Krawall angehen. Dies bewies schon die sehr gelungene Serie COLONY. Doch Regisseur Rupert Wyatt ging es noch etwas ruhiger an und machte aus der Alien-Invasions-Prämisse einen leise-intensiven Besetzungsthriller mit Anleihen an alte DDR-Spionage-Filme. Dies war ein gelungener Zug und hebt sich somit deutlich vom Einheitsbrei des eigentlich ausgelutschten Themas ab. Warum mir diese ruhige Herangehensweise so zusagte, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

KURZ NOCH ETWAS ZUR STORY:

Zehn Jahre nach einer verheerenden Alien-Invasion herrscht auf der Erde scheinbar umfänglicher Frieden. Die Menschen leben in einer nahezu perfekten Welt ohne Verbrechen und Armut. Doch der Schein trügt gewaltig, denn dieser Zustand hat einen sehr hohen Preis: ständige Überwachung, totale Kontrollabgabe des Alltags und ein gespaltenes Volk. Die Menschheit hat jegliche Freiheit verloren und wird vom (Alien-)Staat und den Kollaborateuren erbarmungslos überwacht. Einige unter ihnen wollen sich der Kontrolle der Aliens jedoch nicht mehr unterwerfen und bilden einen erbarmungslosen Widerstand. Es beginnt eine gnadenlose Hetzjagd auf die vermeintlichen Verräter. Der Polizist William Mulligan (John Goodman) und der Straßenjunge Gabriel (Ashton Sanders) geraten zwischen diese feindlichen Fronten – doch beide verbindet noch viel mehr...

 

 

Regisseur und Drehbuchautor Rupert Wyatt (THE ESCAPIST – RAUS AUS DER HÖLLE) zeigt uns ein ganz besonderes Bild einer Alien-Invasion beziehungsweise mit der dystopischen Vision eines besetzten Landes/Planeten die Auswirkungen danach. Er erzeugt vor den Augen und auch ganz hinterlistig in den Köpfen der Zuschauer ein Bild eines Totalitarismus und gewährt uns einen fiktiven Blick in eine dunkle Zukunft. Wyatt lässt den Zuschauer etwas näher hinsehen, mit Liebe zum Detail und einer Prämisse, die an aktuelle Geschehnisse unserer Zeit erinnert. Dies ist spannend, von der ersten bis zur letzten Minute! In CAPTIVE STATE stehen die Protagonisten und die atmosphärische Dichte in einer deprimierenden Zukunft im Vordergrund. Die Actionszenen sind meist kurz, aber knackig und dienen als sehr selten eingestreute Appetithäppchen. Vornehmlich fährt Wyatts Alien-Thriller in ruhigen Gewässern und baut seine Spannung nur zögernd auf. Das ruhige Pacing lässt viel Raum für die Entfaltung der verschiedenen Charaktere und ihren eigentlichen Antrieb, dies steigert die Intensität ungemein. Die außerirdischen Eindringlinge werden nur selten gezeigt, aber wenn, dann sehr effektiv. Dieses unwohlige Gefühl der Unwissenheit und der Unantastbarkeit des Feindes ist ein großer Bestandteil der herausragend dichten Atmosphäre, die CAPTIVE STATE erzeugt. Die treibende Musik peitscht das Geschehen voran, ohne sich wirklich in den Vordergrund zu drängen. Das größte Plus in Rupert Wyatts neuestem Streich ist jedoch die hervorragende Auswahl der Schauspieler.

Ashton Sanders (MOONLIGHT) verkörpert den Straßenjungen glaubhaft und mit der nötigen Portion Übermut, die es braucht, um den Zuschauer bei Laune zu halten. Dennoch kann er den Film nicht alleine tragen. Der eigentliche Hauptdarsteller ist nämlich John Goodman (KING RALPH). Sein intensives Schauspiel ist eine Mischung aus beeindruckender Ernsthaftigkeit und körperlicher wie psychischer Präsenz. Er würdigt diesen Film mit seiner besten darstellerischen Leistung seit langem. Hut ab und verbeugt euch vor diesem Mann! Durch diese hohe Kunst der Schauspielerei braucht es keine großen Explosionen oder möglichst viele Tote beim Kampf um unseren Planeten. Nein, hier genügt der inszenatorische Minimalismus, gepaart mit Kreativität und eben Schauspielern, die an das glauben, was sie tun. Ein spannungsgeladener Thriller mit einem nachvollziehbaren und hoffnungsvollen, wenn auch nicht allzu überraschenden Twist am Ende.

Ich wiederhole mich nur ungern, aber hier nochmal zum Verständnis: CAPTIVE STATE ist kein Alien-Actioner, sondern darf als Allegorie auf ein totalitäres System verstanden werden. Angereichert wird das düstere Konstrukt mit Gesellschaftskritik, Thriller-Elementen und einer authentisch wirkenden Portion Science Fiction. Es ist ein Film, der unter die Haut geht und zum Nachdenken anregt – wenn man ihn lässt. Verdammt gut und absolut sehenswert!

CAPTIVE STATE ist ein fesselnder Science-Fiction-Thriller mit zwei brillanten Hauptdarstellern, treibendem Score und einer inszenatorischen Ruhe, die intensiver nicht sein könnte. Regisseur Rupert Wyatt erschuf ein dystopisches Bild einer mundtot gemachten Gesellschaft, in der der Mensch nur noch überlebt, anstatt zu leben. Ein ruhiges Gewässer, welches langsam, aber sicher zur reißenden Strömung mutiert. Geiles Ding, danke! Ihr könnt CAPTIVE STATE momentan auf NETFLIX streamen.

 

Viel Spaß beim Film- und Serienschauen,

euer Thomas P. Groh.

 

 

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- TG


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Quellenangaben

Bilder: © eOne Entertainment (Universal Pictures)
Bildupload: Thomas Groh Thomas Groh

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