Holetschek fordert von Lauterbach weitere Korrekturen an Krankenhausreform-Plänen – Bayerns Gesundheitsminister: Heutiges Gespräch in Berlin brachte aber Fortschritte

zurück zur Übersicht
Gefällt mir
01.06.2023 17:15 Uhr
München
1672 Klicks

Bayern fordert weitere Korrekturen an den Plänen von Bundesgesundheitsminister Lauterbach für die Krankenhausreform. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek betonte am Donnerstag nach den Bund-Länder-Gesprächen in Berlin: „Die heutigen Gespräche haben Fortschritte gebracht. Der Bund hat sich auf die Länder zubewegt. Das begrüße ich natürlich – und Bayern wird weiter konstruktiv an einer Lösung mitarbeiten, wie wir das schon von Anfang an getan haben.“

Der Minister ergänzte: „Aber natürlich haben die Länder einige rote Linien erneut verdeutlicht. So halte ich weiterhin das Festhalten an den Leveln für falsch – und dagegen werde ich mich vehement einsetzen. Die Level sind für das Gelingen der Krankenhausreform nicht notwendig und verfassungsrechtlich höchst problematisch und lassen befürchten, dass daran mittelfristig weitere Restriktionen für die Kliniken verbunden werden sollen. Wie soll auf diese Weise eine Krankenhausreform gelingen, die in der Fläche mitgetragen wird? Ich halte auch nichts davon, wenn der Bund nunmehr unter Verweis auf die dadurch angeblich geschaffene Transparenz für die Patientinnen und Patienten nach eigenen Kriterien einseitig Level festlegen und eine daran orientierte Einteilung der Kliniken veröffentlichen will. Das schafft keine Transparenz, sondern sorgt unnötig für Verwirrung. Ich fordere daher Bundesgesundheitsminister Lauterbach auf, die Level-Idee komplett aufzugeben. Es ist mehr als enttäuschend, dass diese essentielle Forderung der Länder aus dem einhellig gefassten GMK-Beschluss von Mitte Mai gänzlich ignoriert wird.“

Holetschek verwies zugleich auf Fortschritte bei den Beratungen: „Die heute in der Sitzung vorgestellten Zwischenergebnisse der vom Bund in Auftrag gegeben Modellierung müssen nunmehr validiert werden – und auch wir werden die Ergebnisse analysieren. Auf den ersten Blick scheint aber klar: Mit diesen vorläufigen Ergebnissen als Basis können wir arbeiten. Ich begrüße es, dass hier nun eine erste Datengrundlage geschaffen wurde – auch, wenn wir sie uns schon vor Monaten gewünscht hatten. Die Analyse muss aber noch weiter verfeinert werden. Wir müssen sehen, dass wir flächendeckend eine gute Versorgung der Menschen sicherstellen können. Dazu kann auch die Entbürokratisierung beitragen – darüber haben wir heute gesprochen, aber ich bin der Überzeugung, dass hier mehr möglich ist.“

Der Minister ergänzte: „Enttäuschend ist auch, dass der Bund sich in einigen anderen wesentlichen Punkten nicht bewegt hat. Klar ist doch: Die Reform kann nur mit zusätzlichem Geld und ausreichender Zeit gelingen. Aber weder will der Bund Geld für die Sicherung der Kliniken während der Transformation in die Hand nehmen, noch den Kliniken und den Ländern mehr Zeit für die Konvergenzphase geben. Heute hat der Bundesgesundheitsminister klargestellt, dass es über die versprochenen Energiekostenhilfen hinaus kein zusätzliches Geld für die Krankenhäuser gibt. Das kann angesichts der wirtschaftlichen Situation der Kliniken aber ziemlich rasch zu Insolvenzen führen, sodass einige Krankenhäuser die Reformphase wohl gar nicht erst erleben werden. Ich appelliere an die Bundestagsfraktionen, die Krankenhäuser hier nicht im Stich zu lassen. Dass der Bundesgesundheitsminister davon ausgeht, dass jede vierte Klinik Pleite gehen kann, zeigt doch nur, dass er jetzt schnell bei der Betriebskostenfinanzierung handeln muss.“

Der Minister betonte: „Ich habe heute den Bundesgesundheitsminister überdies noch einmal aufgefordert, sich intensiv der Pflegepersonalthematik anzunehmen. Denn der Mangel an Pflegepersonal ist doch der Knackpunkt! Wir brauchen hier dringend Lösungen, wie wir die Pflegekräfte in den Kliniken halten können und weitere gewinnen können – ohne die Menschen am Bett ist die ganze Reform nutzlos. Und auch die Ärzteschaft und andere Beteiligte müssen frühzeitig in die Reformüberlegungen einbezogen werden.“

Holetschek ergänzte: „Bei den Leistungsgruppen müssen noch etliche offene Punkte geklärt werden. Klar ist: Eine Festlegung der Leistungsgruppen und deren Qualitätsvoraussetzungen allein durch den Bund hat keine verfassungsrechtliche Grundlage. Hier muss ein Konsens zwischen Bund und Ländern hergestellt werden. Im neuen Eckpunktepapier ist die Länderbeteiligung viel zu vage formuliert. Fakt ist aber doch: In Wirklichkeit tragen die Länder die Verantwortung für die Umsetzung der Reform und die damit verbundenen Konsequenzen für die Versorgung der Bevölkerung, bei der Festlegung der maßgeblichen Parameter der Reform werden jedoch ihre Gestaltungs- und Entscheidungsmöglichkeiten  stark beschnitten. Das kann so nicht funktionieren!“

Der Minister ergänzte: „Auch die Länderöffnungsklauseln sind im neuen Eckpunktepapier nicht ausreichend dargestellt. Hier ist von ‚bundeseinheitlichen Kriterien‘ die Rede. Entscheidender Maßstab muss aber doch sein, ob das Land ohne die Einbeziehung der betroffenen Klinik eine Gefährdung der Versorgung sieht oder nicht. Zudem sollen Ausnahmen nur befristet möglich sein und auch noch in einem aufwändigen Verfahren evaluiert werden. Im Klartext: So werden durch die Hintertür die für die Versorgung essentiellen Öffnungsklauseln so unattraktiv wie möglich gemacht. Dem können wir so nicht zustimmen!“

Der Beitrag Holetschek fordert von Lauterbach weitere Korrekturen an Krankenhausreform-Plänen – Bayerns Gesundheitsminister: Heutiges Gespräch in Berlin brachte aber Fortschritte erschien zuerst auf Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.


Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und PflegeBayerisches Staatsministerium für Gesundheit und PflegeMünchen


Quellenangaben

www.stmgp.bayern.de/

Sie möchten Ihren Bericht regional bewerben?

Alle Informationen und Ihren Ansprechpartner finden Sie HIER.


Kommentare

Bitte registrieren Sie sich um hier Kommentare eintragen zu können!
» Jetzt kostenlos Registrieren oder haben Sie Loginprobleme?




Diese Webseite verwendet Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Um die Funktionen unserer Webseite vollumfänglich Nutzen zu können, willigen Sie bitte in deren Nutzung ein.

Akzeptieren und schließen
Alle Cookies akzeptieren Alle ablehnen Cookie-Einstellungen anpassen
Cookie-Erklärung Über Cookies
Notwendig Statistiken

Notwendige Cookies helfen dabei, eine Webseite nutzbar zu machen, indem sie Grundfunktionen wie Seitennavigation und Zugriff auf sichere Bereiche der Webseite ermöglichen. Die Webseite kann ohne diese Cookies nicht richtig funktionieren.

Name Anbieter Zweck Ablauf
cookieinfoWAIDLER.COMSpeichert die Benutzereinstellungen zu den Cookies.90 Tage
waidler.com-sessionWAIDLER.COMEindeutige ID, die die Sitzung des Benutzers identifiziert.Session

Statistik-Cookies helfen Webseiten-Besitzern zu verstehen, wie Besucher mit Webseiten interagieren, indem Informationen anonym gesammelt und gemeldet werden.

Name Anbieter Zweck Ablauf
_gaWAIDLER.COMRegistriert eine eindeutige ID, die verwendet wird, um statistische Daten dazu, wie der Besucher die Website nutzt, zu generieren.2 Jahre
_ga_*WAIDLER.COMEnthält eine zufallsgenerierte User-ID. Anhand dieser ID kann Google Analytics wiederkehrende User auf dieser Website wiedererkennen und die Daten von früheren Besuchen zusammenführen.2 Jahre
_gatWAIDLER.COMWird von Google Analytics verwendet, um die Anforderungsrate einzuschränken1 Tag
_gat_*WAIDLER.COMWird von Google Analytics verwendet, um die Anforderungsrate einzuschränken2 Jahre
_gac_*WAIDLER.COMWird von Google Analytics verwendet, um die Anforderungsrate einzuschränken2 Jahre
_gidWAIDLER.COMRegistriert eine eindeutige ID, die verwendet wird, um statistische Daten dazu, wie der Besucher die Website nutzt, zu generieren.1 Tag
IDEWAIDLER.COMVerwendet von Google DoubleClick, um die Handlungen des Benutzers auf der Webseite nach der Anzeige oder dem Klicken auf eine der Anzeigen des Anbieters zu registrieren und zu melden, mit dem Zweck der Messung der Wirksamkeit einer Werbung und der Anzeige zielgerichteter Werbung für den Benutzer.1 Jahr
AMP_TOKENWAIDLER.COMNutzer-ID für AMP Tracking1 Jahr
FPIDWAIDLER.COM2 Jahre
test_cookieWAIDLER.COMVerwendet, um zu überprüfen, ob der Browser des Benutzers Cookies unterstützt.15 Minuten
ads/ga-audiencesWAIDLER.COMUsed by Google AdWords to re-engage visitors that are likely to convert to customers based on the visitor's online behaviour across websites.Session
NIDWAIDLER.COMNutzerpräferenzen und Werbung, Registriert eine eindeutige ID, die das Gerät eines wiederkehrenden Benutzers identifiziert. Die ID wird für gezielte Werbung genutzt.1 Jahr
_gcl_auWAIDLER.COMConversion-Tracking und Anzeigenmessung90 Tage
_gcl_awWAIDLER.COMZuordnung von Conversions zu Ads-Klicks90 Tage
_gcl_dcWAIDLER.COMConversion-Tracking (Display & Video 360)90 Tage
ANIDWAIDLER.COMWerbe-Tracking1 Jahr
Einstellungen speichern

Cookies sind kleine Textdateien, die von Webseiten verwendet werden, um die Benutzererfahrung effizienter zu gestalten.

Laut Gesetz können wir Cookies auf Ihrem Gerät speichern, wenn diese für den Betrieb dieser Seite unbedingt notwendig sind. Für alle anderen Cookie-Typen benötigen wir Ihre Erlaubnis.

Diese Seite verwendet unterschiedliche Cookie-Typen. Einige Cookies werden von Drittparteien platziert, die auf unseren Seiten erscheinen.

Sie können Ihre Einwilligung jederzeit von der Cookie-Erklärung auf unserer Website ändern oder widerrufen.

Erfahren Sie in unserer Datenschutzrichtlinie mehr darüber, wer wir sind, wie Sie uns kontaktieren können und wie wir personenbezogene Daten verarbeiten.

Bitte geben Sie Ihre Einwilligungs-ID und das Datum an, wenn Sie uns bezüglich Ihrer Einwilligung kontaktieren.