Holetschek: Neues Cannabis-Gutachten ist Bankrotterklärung für Legalisierungspläne – Bayerns Gesundheitsminister wirft Bundesregierung Spiel mit dem Feuer vor und fordert mehr Prävention statt mehr Konsum

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03.05.2023 13:15 Uhr
München

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat die Bundesregierung aufgefordert, Konsequenzen aus dem neuen Cannabis-Gutachten des Instituts für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung in Hamburg zu ziehen. Holetschek sagte am Mittwoch in München: „Dieses Gutachten ist eine Bankrotterklärung für die Legalisierungspläne der Bundesregierung. Denn es zeigt in seiner Analyse von Studien aus Ländern, in denen Cannabis für Genusszwecke freigegeben wurde, dass als Folge der Legalisierung mit einer Zunahme des Cannabis-Konsums und damit einhergehender vielfältiger Probleme zu rechnen ist. Bundeskanzler Scholz und seine Ampelkoalition müssen sich dafür verantworten, dass sie durch die Legalisierung sehenden Auges eine langfristige Zunahme des Konsums von Cannabis bei Erwachsenen und insbesondere auch bei jungen Menschen begünstigen. Das ist angesichts der gesundheitlichen Risiken unverantwortlich.“

Holetschek betonte: „Die Bundesregierung spielt mit dem Feuer. Erst Freigabe, dann Schadensbegrenzung und der Versuch, Prävention zu betreiben, ist nicht nachvollziehbar. Das Gutachten bescheinigt auch eine Steigerung von Verkehrsunfällen und Notaufnahmen, die mit Cannabiskonsum in Verbindung gebracht werden. Das ergeben demnach die Daten aus mehr als 160 Studien, die sich mit den Folgen der Legalisierung von Cannabis zum Freizeitgebrauch befassen. Kann es ein stärkeres Alarmsignal geben? Wir brauchen nicht mehr Drogenkonsum, sondern mehr Prävention.“

Der Minister erläuterte: „Komplett entgegen dem Jugendschutz laufen vor allem die großen Mengen an Cannabis, die die Bundesregierung jungen Menschen im Alter von 18 bis 21 Jahren freigeben möchte. Die Rede ist von 30 Gramm pro Monat. Damit kann man etwa 90 Joints drehen, also im Schnitt drei Joints am Tag rauchen. Das ist kompletter Wahnsinn! Das bestätigen auch alle Experten, die uns beraten.“

Der Minister sagte: „Erwachsene sollen sogar 50 Gramm legal erwerben können – da fehlen mir die Worte. Lauterbach hat das kürzlich in einer Talkshow damit begründet, dass er diese großen Mengen braucht, um den unreinen und toxischen Stoff vom Schwarzmarkt zu fegen. Ich sage: Das wird nicht gelingen, denn der Schwarzmarkt wird nicht austrocknen, nur weil man große Mengen Cannabis legalisiert. Auch diese Prognose legt die Studie nahe. Warum also hält die Bundesregierung an ihren Plänen fest?“

Holetschek erläuterte: „Ich lehne diese geplanten Mengen kompromisslos ab, denn die Gehirnentwicklung ist bis spät in die dritte Lebensdekade hinein noch nicht abgeschlossen. Gerade junge Menschen haben ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche Schäden wie zum Beispiel psychische Erkrankungen und etwa eine Beeinträchtigung der Denkleistung. Für Jugendliche und junge Erwachsene ist das Vorhaben der Ampel deshalb ein völlig falsches Signal und begünstigt riskantes Konsumverhalten.“

Der Minister fügte hinzu: „Bayern setzt stattdessen auf Prävention, unter anderem mit einem neuen umfassenden Projekt an den Schulen. Ich würde mir wünschen, dass Lauterbach auf echten Gesundheits- und Jugendschutz setzt und seine Legalisierungspläne komplett fallen lässt.“

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Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und PflegeMünchen

Quellenangaben

www.stmgp.bayern.de/

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