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28.01.2022 08:15 Uhr
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Gesundheitsminister Holetschek will den Öffentlichen Gesundheitsdienst weiter stärken – Holetschek: Zugang zum Medizinstudium über die ÖGD-Quote möglich – Bewerbungszeitraum beginnt am 1. Februar

Über die Quote für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) können zum Wintersemester 2022/2023 wieder Studierende zum Studiengang Humanmedizin an bayerischen Universitäten zugelassen werden. Darauf hat Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Freitag in München hingewiesen. Holetschek betonte: „Mein Ziel ist es, den Öffentlichen Gesundheitsdienst weiter zu stärken und auszubauen. Ein Baustein dabei ist die ÖGD-Quote, über die sich junge Menschen unabhängig von ihrer Abiturnote für einen Studienplatz in der Humanmedizin bewerben können. Erstmalig war das im vergangenen Jahr möglich.“

Holetschek ergänzte: „Wir brauchen mehr junge Medizinerinnen und Mediziner, die sich für den unverzichtbaren Dienst im ÖGD begeistern. Wie in vielen Bereichen des Gesundheitswesens herrscht dort leider ein Medizinermangel. Dieser wird sich durch Renten- und Ruhestandseintritte zusätzlich verschärfen. Über die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte im ÖGD ist älter als 50 Jahre. Daher müssen wir jetzt die Weichen stellen und haben beispielsweise mit der Einführung der ÖGD-Quote im vergangenen Jahr darauf reagiert. Ich kann nur alle jungen Menschen ermuntern, die sich für ein Medizinstudium und eine anschließende Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst interessieren: Bewerben Sie sich!“

Der Minister erklärte: „Bis zu ein Prozent der in Bayern zur Verfügung stehenden Medizinstudienplätze werden an Bewerberinnen und Bewerber vergeben, die sich verpflichten, nach Abschluss der Weiterbildung für eine Dauer von zehn Jahren im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Bayern zu arbeiten. Damit geben wir jungen Menschen auch ohne Berücksichtigung der Abiturnote die Möglichkeit, Medizin zu studieren. Für die Zulassung schauen wir allein auf die fachliche und persönliche Qualifikation.“

Das Auswahlverfahren erfolgt in zwei Stufen. In der ersten Stufe spielen das Ergebnis eines fachspezifischen Studieneignungstests, das Vorliegen einer Berufsausbildung in einem Gesundheitsberuf, die Dauer der Berufstätigkeit in diesem Beruf und die Art und Dauer einer geeigneten freiwilligen oder ehrenamtlichen Tätigkeit eine Rolle. In der zweiten Stufe findet ein strukturiertes und standardisiertes Gespräch statt, in dem die individuelle Eignung sowie die Motivation für eine Tätigkeit im ÖGD geklärt werden. Zuständig für das Bewerbungs- und Auswahlverfahren, die Administration und das Monitoring ist das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Der Minister betonte: „Wie wichtig Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst für das Allgemeinwohl unserer Gesellschaft sind, zeigt uns die Corona-Pandemie ganz deutlich. Die Tätigkeit als Amtsärztin beziehungsweise Amtsarzt bietet aber auch darüber hinaus eine interessante und abwechslungsreiche Alternative zur Arbeit im Krankenhaus oder der Praxis, vor allem in den wichtigen Präventionsbereichen der Gesunderhaltung und Krankheitsverhütung.“

Eine Schwerpunktaufgabe im ÖGD ist der Bevölkerungsschutz. Beispiele hierfür sind die Tuberkulosefürsorge, der umweltbezogene Gesundheitsschutz wie Trinkwasserhygiene sowie die Hygieneüberwachung in Krankenhäusern, Seniorenheimen, Kindergärten und anderen Gemeinschaftseinrichtungen. In der Prävention arbeiten die Amtsärztinnen und Amtsärzte mit Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zusammen, zum Beispiel bei den Themen Suchtprävention, Sexualaufklärung in Schulen, Schwangerenkonfliktberatung, frühe Hilfen für Eltern, AIDS und Impfungen.

Neben der ÖGD-Quote können junge Menschen ihren Medizinstudienplatz auch über die Landarztquote erhalten. Bis zu 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze hält der Freistaat für Bewerberinnen und Bewerber vor, die ein besonderes Interesse an der hausärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum haben. Dafür verpflichten sich die jungen Menschen, später mindestens zehn Jahre lang als Hausärztin oder Hausarzt in einer Region zu arbeiten, die medizinisch unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist.

Wer sich für die ÖGD- und für die Landarztquote interessiert, kann sich auf der gemeinsamen Website www.oegd-quote.bayern.de informieren und für die Studienplätze bewerben. Das Bewerberportal ist von 01.02.22 an geöffnet.

Der Beitrag Gesundheitsminister Holetschek will den Öffentlichen Gesundheitsdienst weiter stärken – Holetschek: Zugang zum Medizinstudium über die ÖGD-Quote möglich – Bewerbungszeitraum beginnt am 1. Februar erschien zuerst auf Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.


Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und PflegeMünchen

Quellenangaben

www.stmgp.bayern.de/

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