Gaming-Standort Bayern – Branche mit Wachstumskurs

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04.08.2021
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Bayern hat sich in den letzten Jahren als Top Standort der Gaming-Branche etabliert. Mehr als 220 Unternehmen haben hier ihren Sitz, wobei es sich bei 40% um Spieleentwickler handelt. Die anderen Firmen beschäftigen sich mit Finanzierung, Vermarktung und Vertrieb. Ein Grund, aus dem sich so viele Entwickler für Bayern entscheiden, ist die Förderung des FilmFernsehFonds Bayern. Durch die Förderung soll ein positives Umfeld für Entwickler geschaffen und der Medienstandort nachhaltig gesichert werden.

Die Games-Branche boomt

Die Corona-Krise hat der Spieleindustrie zuletzt ein kräftiges Umsatzwachstum beschert. Mit Video- und Computerspielen sowie der dazugehörigen Hardware wurde 2020 deutschlandweit ein Gesamtumsatz von 8,5 Milliarden Euro erzielt. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz damit um 32% auf ein neues Rekordhoch. Am deutlichsten war der Anstieg bei den Computer- und Videospielen. Der Verkauf von Spielen sowie Game- und In-App-Käufen, Gebühren und Abonnements brachte einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro und mit 36% den stärksten Anstieg.

Ähnlich sieht es auch bei den Online Casinos aus. Da die landbasierten Spielbanken aufgrund der Pandemie und den jeweiligen Beschränkungen zeitweise schließen mussten, gab es 2020 einen kräftigen Zuwachs für die Online Casinoplattformen. So legte alleine der Umsatz bei den Online Slots um rund 25% zu. Mit diversen Angeboten werben die Casinos um neue Kunden, dabei werden Spieler unter folgender Sucheingabe im Netz fündig: Casino Bonus ohne Einzahlung neu.

Bayern unter den Top 3 Standorten

Zum Kern der Gaming-Branche zählen in Bayern 118 Unternehmen. Diese erwirtschafteten im Jahr 2020 einen Umsatz von 560 Millionen Euro. Damit wurden 18% des gesamtdeutschen Umsatzes im Freistaat erzielt. Gemessen an der Zahl von Unternehmen liegt Bayern im bundesweiten Vergleich auf dem dritten Rang. Nur in Berlin mit 138 und in Nordrhein-Westfalen mit 127 sind mehr Firmen aus der Gaming-Branche ansässig. Rund 75% der bayerischen Unternehmen haben ihren Sitz in München.

Bayerischer Spieleentwickler mit Preis ausgezeichnet

Bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises zählte 2020 auch ein bayerischer Spieleentwickler zu den Gewinnern. In der Kategorie „Bestes Expertenspiel“ ging der Sieg an das Studio Boxelware GmbH aus Erlangen. Das Spiel Avorion ist eine Weltraum-Sandbox nach Minecraft-Art. Spieler können sich ihr eigenes Raumschiff erstellen und eine endlose Zahl von Maps abfliegen. Die schier unendlichen Entdeckungsmöglichkeiten sowie eine Vielzahl von Funktionen haben die 40-köpfige Jury überzeugt.

Der Preis ist mit 30.000 Euro dotiert. Die bayerische Digitalministerin Judith Gerlach gratulierte den Gewinnern und betonte dabei die Bedeutung der Gaming-Branche als Innovationstreiber der Digitalisierung.

Gaming wird bei Älteren immer beliebter

Das starke Wachstum hängt auch damit zusammen, dass Computerspiele bei der älteren Generation immer beliebter werden. Zwei von fünf Menschen spielen in Deutschland regelmäßig Computer- oder Videospiele. Bei einem genaueren Blick auf die Nutzerzahlen entfällt zwar noch eine klare Mehrheit auf die jüngere Generation, die älteren Spieler holen jedoch stetig auf. Bei den 14- bis 29-Jährigen beschäftigen sich 71% regelmäßig mit Gaming-Angeboten. Im Bereich der 30- bis 49-Jährigen sind es noch 60% und bei den 50- bis 64-jährigen 21%. Immerhin noch 12% der Generation 65-Plus zeigt sich vom Gaming begeistert.

Ein weiterer Faktor ist die zunehmende Verbreitung von mobilen Spielen. Fast alle Menschen in Deutschland besitzen mittlerweile ein Smartphone. Apps mit Videospielen sind auf nahezu allen Geräten zu finden. Rund 85% der Smartphone-Besitzer nutzen ihr Gerät regelmäßig zum Spielen. So kommen auch Menschen, die bisher nicht viel mit Computerspielen am Hut hatten, mit den Games in Berührung.

Deutschland hinkt im internationalen Vergleich hinterher

Es ist noch nicht allzu lange her, da wurden in Deutschland mit Games wie „Anno“, „Tropico“ oder der Spielereihe „Siedler“ international erfolgreiche Computerspiele entwickelt. Studios wie Blue Byte, Spellbound und Crytek gehörten zu weltweit bekannten Entwicklern. Auch wenn sich die genannten Spiele auf dem heimatlichen Markt weiter zahlreich verkaufen, blieben internationale Erfolge in den letzten Jahren aus. Deutschland ist bei den Verkaufszahlen der fünftgrößte Markt weltweit und der größte in Europa. Nur mit der Entwicklung neuer Spiele tut man sich noch schwer.

Die weltweit bekannten Spiele wie „Fortnite“, „Clash of Clans“ oder „League of Legends“ haben neben ihrem wirtschaftlichen Erfolg noch etwas gemeinsam. Sie gehören entweder komplett oder teilweise zu einem chinesischen Gaming-Unternehmen.

Dies soll sich mit der seit Langem geforderten Förderung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) nun wieder ändern. Das Ministerium stellt dafür eine Summe von 250 Millionen Euro bereit, für die seit September 2020 Förderanträge gestellt werden können.

Ein mögliches Vorbild ist Kanada. Die kanadische Regierung fördert die Entwicklung von Computerspielen bereits seit mehr als zehn Jahren. Trotz nur etwa halb so vielen Einwohnern sind in Kanada rund dreimal mehr Menschen in der Gaming-Branche beschäftigt als in Deutschland.

Chancen und Stärken der bayerischen Games-Branche

Bayern unterstützt die heimische Gaming-Branche schon seit einiger Zeit mit dem FilmFernsehFonds. Mit einer Fördersumme von zwei Millionen Euro für die Gaming-Branche liegt der Freistaat bundesweit an der Spitze. Hinzu kommen noch weitere Projekte wie das von der Landeshauptstadt München geförderte Werk 1. Hier finden Digital-Start-ups günstige Räumlichkeiten. Des Weiteren profitieren die Unternehmen von einer aktiven Gründer-Community, Co-Working-Flächen und einem Gründercafé.

Die freiwillige, branchenübergreifende Interessenvereinigung der bayerischen Wirtschaft (vbw) sieht die bayerische Games-Förderung insgesamt als hervorragend aufgestellt. Dazu kommt eine gute Vernetzung der Games-Industrie mit Netzwerken wie games bavaria oder dem MedienNetzwerk Bayern. Der alle zwei Jahre in Bayern verliehene Deutsche Computerspielpreise trägt ebenfalls zum Erfahrungs- und Wissensaustausch innerhalb der Branche bei.

Die vbw weist insgesamt auf die Attraktivität Bayerns als Gründungsstandort hin. So wurde die Mehrzahl der Gründer im Freistaat ausgebildet und hat seinen Standort beibehalten. Das Durchschnittsalter der hier ansässigen Gaming-Unternehmen liegt bei 7,9 Jahren.

Bayerisches Gaming kämpft um ausländisches Know-how

In Bayern sind vorwiegend kleine und mittlere Gaming-Unternehmen beheimatet. In der Folge kommt es überwiegend zu kleinen und mittelgroßen Entwicklungen. Große Triple-A-Projekte, die dem Standort zu einer stärkeren internationalen Bedeutung verhelfen könnten, fehlen.

Experten führen dies unter anderem auf die geringe Zahl von ausländischen Fachkräften zurück. Deshalb möchte Bayern künftig verstärkt um die Ansiedlung großer internationaler Spieleentwickler werben. Auf diese Weise können lokale Fachkräfte neue Erfahrungen mit der Entwicklung von großen Triple-A-Projekten sammeln und ihr Niveau erhöhen. Zudem wird verstärkt nach ausländischen Fachkräften gesucht, die ihr Know-how und ihre Erfahrungen bei der Entwicklung von großen Titeln einbringen können.




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