Huml: Neue App für Pollen-Allergiker Bayerns Gesundheitsministerin: Bayerisches Polleninformationsnetzwerk ePIN läuft seit einem Jahr erfolgreich

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22.05.2020 14:15 Uhr
München
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Pollen-Allergiker können sich in Bayern ab sofort mit einer neuen App über die aktuelle Pollenflug-Lage informieren. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml am Freitag hingewiesen. Huml unterstrich: "Betroffene können jetzt auch unterwegs die Einnahme von Medikamenten leicht steuern. Das ist ein wichtiger Fortschritt!"

Das bayerische Polleninformationsnetzwerk ePIN war vor genau einem Jahr gestartet. Die Ministerin erläuterte: "Seit dem 22. Mai 2019 misst ePIN mit Hilfe von acht elektronischen Pollenmonitoren die Pollenbelastung in Bayern standort- und pollenspezifisch. Aktuelle Daten zum Pollenflug in Bayern können Pollenallergiker und Asthmatiker online über die Webseiten www.epin.bayern.de und www.pollenflug.bayern.de abrufen. Die Daten werden alle drei Stunden aktualisiert." Im Verlauf des Monats Mai konnten bislang über 10.000 Zugriffe auf die ePIN-Website verzeichnet werden.

Huml fügte hinzu: "Wer weiß, welche Pollen wann und wo fliegen, kann wichtige Vorsorgemaßnahmen ergreifen und auch seine Medikamente zielgenau einnehmen." Aktuell fliegen in Bayern vor allem die Gräserpollen, darüber hinaus gibt es noch einen mäßigen Birken- sowie Eschenpollenflug.

Die ePIN App steht im Google PlayStore (https://play.google.com/store/apps/details?id=de.bayern.lgl.epin.android) und im Apple AppStore (https://apps.apple.com/de/app/epin-pollenflug-bayern/id1497523553) kostenfrei zum Download zur Verfügung. Die App umfasst dieselben Funktionen wie auch die Website. Es können Daten zur aktuellen sowie zur vergangenen Pollenbelastung standort- und pollenspezifisch abgerufen werden. Ebenso stehen Informationen zu den wichtigsten allergieauslösenden Pflanzen, Allergien, den Messstandorten und dem wissenschaftlich-technischen Hintergrund zu ePIN bereit.

ePIN zeigt Daten zum aktuellen und vergangenen Pollenflug der wichtigsten allergieauslösenden Pflanzen Hasel, Erle, Esche, Birke, Gräser, Roggen, Beifuß und Ambrosia an. Die Daten können rückwirkend bis zum 15.05.19 heruntergeladen werden.

Die erste von insgesamt acht elektronischen Pollenmessstationen im Rahmen von ePIN war im April 2018 in Garmisch-Partenkirchen in Betrieb gegangen. Weitere Pollenmonitore stehen in Viechtach, Marktheidenfeld, Altötting, Mindelheim, Hof, Feucht und München. Am 22. Mai 2019 wurde ePIN durch Ministerin Huml am Zentrum für Allergie und Umwelt (ZAUM) der Technischen Universität in München offiziell gestartet. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ist für den Betrieb von ePIN zuständig.

Huml erläuterte: "Die Auswahl der acht ePIN-Standorte basiert auf einer umfangreichen mehrjährigen Machbarkeitsstudie des ZAUM und des Helmholtz Zentrums München in Zusammenarbeit mit internationalen Experten. Ziel war es, unter Berücksichtigung verschiedener Klimaparameter und der Bevölkerungsdichte in Bayern die optimale Verteilung der acht elektronischen Messstationen zu bestimmen und somit den Pollenflug in Bayern möglichst repräsentativ abzudecken."

Die in ePIN eingesetzten elektronischen Pollenmonitore verfügen über ein vollautomatisch arbeitendes Lichtmikroskop und eine hochauflösende Kamera, die von jeder Pollenprobe eine Vielzahl von Bildern macht. Dadurch entsteht ein synthetisches Foto, welches durch eine Bilderkennungssoftware pollenspezifisch analysiert wird. Der Pollenmonitor schickt die Messdaten dann digital an das Leibniz-Rechenzentrum. Von diesem werden die Daten zum Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit übertragen und dort graphisch für die Anwendung in Web und App aufbereitet.

Huml fügte hinzu: "Die bei ePIN gemessenen Rohdaten können außerdem sowohl von Wetterdiensten zur Verbesserung der Pollenflugvorhersage als auch von wissenschaftlichen Einrichtungen zur eigenen Verwendung an einer öffentlichen Schnittstelle heruntergeladen werden."

Die Ministerin, die approbierte Ärztin ist, fügte hinzu: "In Deutschland leidet etwa jeder fünfte Erwachsene an einer allergisch bedingten Entzündung der Nasenschleimhaut. Bei manchen Patienten können dadurch Atemwegsbeschwerden bis hin zu Asthma auftreten." Sie ergänzte: "Wenn akute Beschwerden auftreten, sollten Allergiker möglichst rasch Antihistaminika einnehmen, die die Symptome einer Allergie lindern. Diese Medikamente wirken in der Regel schon nach zehn Minuten. Allergiker sollten sie für den Notfall dabeihaben. Die Medikamente können so lange eingenommen werden, bis die allergieauslösenden Pollen nicht mehr fliegen."

In Bayern leiden nach LGL-Schätzungen mehr als zwei Millionen Menschen an einer Allergie oder an Überempfindlichkeitsreaktionen. Etwa 490.000 Erwachsene und circa 85.000 Kinder und Jugendliche sind von Asthma bronchiale betroffen.

Huml unterstrich: "Asthma als Folge einer unerkannten Allergie ist leider nicht selten: Etwa 40 Prozent der Betroffenen bekommen im Schnitt nach acht Jahren chronisches Asthma bronchiale – wenn die Allergie nicht ärztlich behandelt wird. Deshalb ist es ratsam, bei Verdacht auf eine Allergie zeitnah einen Arzt aufzusuchen. Typische Symptome sind häufiges Niesen, eine laufende Nase, juckende Augen, Atemnot oder Husten."

Allergietests führen unter anderem Hausärzte, Hautärzte, Internisten und Kinderärzte durch. Bei konkretem Verdacht ist die Untersuchung eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen.

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Bayerns Gesundheitsministerin: Bayerisches Polleninformationsnetzwerk ePIN läuft seit einem Jahr erfolgreich
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Quellenangaben

www.stmgp.bayern.de/

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