Holetschek fordert vom Bund bedarfsgerechte Modernisierung der Physiotherapieberufe – Bayerns Gesundheitsminister: Attraktive Ausbildungswege sichern Nachwuchs an qualifizierten Fachkräften

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06.02.2023 09:15 Uhr
München
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Bayerns Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek fordert von der Bundesregierung eine zukunftsfeste und bedarfsgerechte Reform der Physiotherapieberufe. Holetschek sagte am Montag in München: „Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten leisten einen wertvollen Dienst am Menschen. In unserer alternden Gesellschaft wächst der Bedarf an fachlich versierter Physiotherapie stetig, die Anforderungen an das Berufsfeld steigen dabei. Deshalb setze ich mich dafür ein, das Berufsfeld Physiotherapie zu modernisieren und so die physiotherapeutische Versorgung in Bayern zu stärken.“

Der Minister betonte: „Wir müssen jungen Menschen dabei vielfältige Einstiegs- und Aufstiegsmöglichkeiten bieten, um dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Die fachschulische Ausbildung zum Physiotherapeuten muss erhalten bleiben. Leider plant die Bundesregierung aktuell eine de-facto-Vollakademisierung des Berufsbildes der Physiotherapeutin beziehungsweise des Physiotherapeuten. Das lehnen wir ab.“

Laut bisherigen Plänen des Bundes soll das bisherige Berufsbild Masseur und medizinischer Bademeister mit dem des fachschulisch ausgebildeten Physiotherapeuten verschmelzen. Der neu entstehende Beruf könne eine neue Berufsbezeichnung, etwa Physiotherapeutenassistent/-in‘ oder ‚Bewegungstherapeut/-in‘ erhalten, während die Berufsbezeichnung ‚Physiotherapeut/-in‘ nur noch an Hochschulen erworben werden könnte.

Holetschek erläuterte: „Das würde in der Summe eine klare Abwertung des bisherigen fachschulischen Ausbildungsberufs bedeuten und ist nicht zielführend. Die Länder haben die vom Bund vorgeschlagenen Berufsbezeichnungen für die fachschulische Ausbildung bereits abgelehnt.“ 

Holetschek forderte: „Es muss sichergestellt sein, dass alle Ausbildungswege attraktiv bleiben! Die fachschulische Ausbildung zum Physiotherapeuten hat sich bewährt. Sie vermittelt hohe Fachkenntnisse und praktische Fähigkeiten. Die Qualität der schulischen Ausbildung können wir weiter steigern und die Ausbildung so zukunftsfähig machen. Klar ist: Auch, wenn durch die Reform der Ausbildung Forschung und Lehre ermöglicht werden, bleibt der Beruf Physiotherapeut/-in in seinem Kern fachlich versiertes Handwerk.“

Zudem würden mit dem vom Bundesgesundheitsministerium vorgeschlagenen Konzept Schülerinnen und Schüler mit einem Haupt- bzw. Mittelschulabschluss von den Heilberufen ausgeschlossen werden. Sie können bislang – nach der Ausbildung zum/zur Masseur/-in und medizinischen Bademeister/-in – auch Physiotherapeuten werden.

Holetschek kritisierte: „Aufstiegsmöglichkeiten und vertikale Durchlässigkeit müssen gefördert werden, nicht beschnitten. Auch für blinde und sehbehinderte Menschen ist der Massageberuf eine wichtige Einstiegsmöglichkeit in den Bereich der Gesundheitsberufe. Zudem leisten Masseure und medizinische Bademeister auch in der Kur- und Heilbranche wichtige Tätigkeiten, mit denen sie Physiotherapeuten entscheidend entlasten. Das Berufsbild sollte daher erhalten und durch Kompetenzerweiterungen aufgewertet werden.“

Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V. (BBSB) setzt sich ebenfalls dafür ein, dass die Ausbildungsstrukturen für blinde und sehbehinderte Masseure und Physiotherapeuten erhalten bleiben: „Wir sind in höchstem Maße besorgt über die Pläne der Bundesregierung zur Vollakademisierung der Berufe in der Physiotherapie“, so Steffen Erzgraber, Landesgeschäftsführer Verbands- und Sozialpolitik beim BBSB. „Das wäre das Aus für die allermeisten blinden und sehbehinderten Menschen, die heute in der Physiotherapie arbeiten.“ Viele von ihnen würden künftig von einem Berufsfeld ausgeschlossen, das ihnen bislang vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten bietet. Der Wechsel in die Physiotherapie erfolge häufig erst im Laufe des Berufslebens über eine Rehabilitationsmaßnahme nach einem Sehverlust. Menschen ohne Abitur künftig von dieser Möglichkeit, sich beruflich neu zu orientieren, auszuschließen, führe in die völlig falsche Richtung. „Die Berufe ‚Masseur und medizinischer Bademeister‘ und vor allem ‚Physiotherapeut‘ müssen in ihrer Eigenständigkeit erhalten bleiben und es muss weiterhin die Regel sein, dass die Ausbildung grundständig in Berufsfachschulen erfolgt“, betonte Erzgraber.

Auch der Bayerische Heilbäder-Verband unterstützt die Forderungen Bayerns. Geschäftsführer Thomas Jahn betonte: „Der Bedarf an gut ausgebildeten Masseuren, medizinischen Bademeistern und Physiotherapeuten steigt ständig. Bei einer alternden Bevölkerung steigt die Nachfrage an Therapien, die diese Berufsgruppen erbringen, massiv an.“ Jahn fügte hinzu: „Unter diesen Vorgaben die Ausbildung von Menschen, die diese Berufe ergreifen wollen, zu erschweren, ist ein Irrweg. Eine weitere Akademisierung und Steigerung der Zugangshürden zu diesen Berufen rütteln an den Grundfesten der Heilbäder und Kurorte, da wir dann unsere Leistungen nicht mehr in der nötigen Breite und Tiefe erbringen können.“

Staatsminister Holetschek unterstrich: „Unbestritten ist: Eine Teilakademisierung des Berufsbildes Physiotherapeut/-in ist richtig und wichtig. An den Hochschulen können fachliche und methodische Kompetenzen vermittelt werden, die in einem sich stetig wandelnden Gesundheitssektor immer wichtiger werden. Wir können dort zusätzliche hochqualifizierte Fachkräfte für eine Arbeit inmitten komplexer werdender Versorgungsstrukturen ausbilden, in denen Management-, Wissenschafts- und Sozialkompetenzen zunehmend gefragt sind.“

Holetschek ergänzte: „Wir müssen also Antworten auf die neuen und gewachsenen Anforderungen an die Berufe in der Physiotherapie geben und zugleich bewährte Strukturen erhalten und stärken. Mit einer Teilakademisierung sprechen wir zusätzliche Zielgruppen an und gewinnen so bedarfsgerecht neue, qualifizierte Fachkräfte. So sichern wir die Versorgung bei einem weiter steigenden Bedarf an physiotherapeutischen Leistungen. Eine Vollakademisierung des Berufes geht hingegen am tatsächlichen Bedarf vorbei.“

Der Minister unterstrich: „Ob Berufsschule oder Bachelor, Meister oder Master – in Bayern sollen weiterhin viele Wege zum beruflichen Erfolg führen! Ich fordere daher die Bundesregierung auf, bei der Reform der Physiotherapieberufe Chancengerechtigkeit zu wahren und den nötigen Fachkräftenachwuchs sicherzustellen.“

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Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und PflegeBayerisches Staatsministerium für Gesundheit und PflegeMünchen


Quellenangaben

www.stmgp.bayern.de/

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