Der Vogelzug ist bereits in vollem Gange. Vielerorts lassen sich derzeit große Schwärme beobachten, die sich sammeln, bevor sie ihre lange Reise in den Süden antreten. Ein großer Teil des Zuggeschehens bleibt für Menschen jedoch unsichtbar, denn viele Arten ziehen nachts.

Zugvögel ziehen in mehreren Formationen durch den orangefarbenen Abendhimmel.
Nach Angaben des LBV kann künstliches Licht den Hormonhaushalt und das natürliche Orientierungssystem von Zugvögeln beeinflussen. Hell erleuchtete Städte oder beleuchtete Bauwerke in der Landschaft können die Tiere von ihren Flugrouten abbringen und dazu führen, dass sie Lichtquellen umkreisen oder sich an stark beleuchteten Orten sammeln.
Um auf das Thema Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen, unterstützt der bayerische Naturschutzverband LBV die Aktion Earth Night der Paten der Nacht. Der Zusammenschluss von ehrenamtlich Aktiven zur Eindämmung der Lichtverschmutzung ruft am 11. September ab 22 Uhr zum sechsten Mal bundesweit dazu auf, für eine ganze Nacht möglichst viel unnötiges Licht auszuschalten.

Künstliche Beleuchtung von Städten und Siedlungen hellt den Nachthimmel über der Berglandschaft deutlich auf.
Viele Zugvögel orientieren sich in der Dunkelheit unter anderem am Sternenhimmel oder am Erdmagnetfeld. Künstliche Lichtquellen können dieses Verhalten beeinflussen. Für die Tiere bedeutet jeder unnötige Umweg einen zusätzlichen Energieverbrauch, während sie auf ihren langen Zugstrecken mit ihren Kräften haushalten müssen.
Bei schlechter Sicht steigt zudem die Gefahr von Kollisionen. Licht kann Vögel anlocken und sie in die Nähe von Gebäuden bringen. Besonders problematisch sind helle Gebäude, Brücken oder andere starke Lichtquellen.
Auch Vogelarten, die die Wintermonate in Bayern verbringen, können durch künstliche Beleuchtung beeinträchtigt werden. Der Hormonhaushalt kann durcheinandergeraten, wodurch sich natürliche Aktivitäts- und Ruhephasen verschieben können.
Die Earth Night am 11. September soll dazu anregen, bewusst zu prüfen, wo nachts auf Beleuchtung verzichtet werden kann. Privatpersonen können beispielsweise Außenbeleuchtung am Haus ausschalten und Jalousien oder Vorhänge schließen. Gewerbetreibende sind dazu aufgerufen, nachts auf Werbebeleuchtung zu verzichten.

Ein klarer Sternenhimmel mit sichtbarer Milchstraße über einer dunklen Berglandschaft zeigt die Schönheit einer natürlichen Nacht.
Auch Kommunen können sich beteiligen. Im vergangenen Jahr verzichteten neben zahlreichen Gemeinden und kleineren Städten auch mehrere Großstädte auf einen Teil ihrer nächtlichen Beleuchtung. In Bayern wurden unter anderem in Nürnberg und München Objekt- und Gebäudeanstrahlungen abgeschaltet. Manche Gemeinden verzichteten sogar auf die gesamte Straßenbeleuchtung.
Weniger künstliches Licht hilft nach Einschätzung des LBV nicht nur der Vogelwelt. Eine dunklere Nacht macht auch den Sternenhimmel wieder besser sichtbar und kann zeigen, wie eine natürliche Nacht ohne übermäßige Beleuchtung aussieht.

LBV-Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V





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