Wie entsteht ein passgenaues Kleidungsstück? Was macht ein Hörakustiker? Wie wird aus einem Stück Holz ein präzises Möbelteil oder aus Metall ein millimetergenaues Werkstück? Antworten auf diese und viele weitere Fragen erhielten rund 80 Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe der Realschule Grafenau beim diesjährigen Tag des Handwerks.
Gemeinsam mit dem Regionalmanagement Freyung-Grafenau organisierte die Realschule einen praxisnahen Aktionstag, der den Jugendlichen die Vielfalt handwerklicher Berufe näherbrachte. Im Mittelpunkt standen nicht theoretische Informationen, sondern das Ausprobieren, Mitmachen und Sammeln eigener Erfahrungen. An verschiedenen Stationen konnten die Schülerinnen und Schüler typische Tätigkeiten aus unterschiedlichen Gewerken kennenlernen und selbst aktiv werden.

Moderne Technik zum Ausprobieren: Beim Tag des Handwerks testeten die Schülerinnen und Schüler unter anderem eine VR-Anwendung und erhielten Einblicke in digitale Arbeitsprozesse der Zerspanungstechnik.
Vertreten waren unter anderem die Bereiche Hörakustik, Zerspanungstechnik, Friseurhandwerk, Schneiderei, Zimmerei und Schreinerei. Die Jugendlichen bearbeiteten Holz, erhielten Einblicke in die präzise Metallbearbeitung, probierten einfache Näharbeiten aus und erfuhren, wie individuelle Hörsysteme angepasst werden. Auch kreative Aufgaben aus dem Friseurhandwerk sowie praktische Arbeiten aus Zimmerei und Schreinerei vermittelten einen authentischen Eindruck vom Berufsalltag.
Berufsorientierung gelingt besonders dann, wenn junge Menschen selbst aktiv werden können, betonte Konrektor Rainer Andorfer. Der Projekttag habe den Schülerinnen und Schülern gezeigt, wie abwechslungsreich und anspruchsvoll handwerkliche Berufe seien. Viele hätten dabei Fähigkeiten entdeckt, die ihnen zuvor nicht bewusst gewesen seien.

Beim Tag des Handwerks an der Realschule Grafenau konnten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Metallbearbeitungstechniken selbst ausprobieren und erste Werkstücke anfertigen.
Auch Projektassistentin Chiara Löw vom Regionalmanagement hob den Mehrwert solcher Veranstaltungen hervor. Heimische Handwerksbetriebe böten hervorragende Zukunftsperspektiven. Ziel des Aktionstages sei es, Jugendlichen frühzeitig die vielfältigen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten in der Region aufzuzeigen und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen Schulen und regionalen Betrieben zu stärken.
Besonders gut kam bei den Jugendlichen die Möglichkeit an, verschiedene Berufe unmittelbar kennenzulernen. Der 14-jährige Johannes zeigte sich begeistert und erklärte, dass ihn vor allem die Arbeit mit Holz und Metall fasziniert habe. Gerade die Genauigkeit der Tätigkeiten habe ihm Spaß gemacht und er könne sich nun vorstellen, später selbst einen handwerklichen Beruf zu erlernen.
Mit dem Tag des Handwerks unterstützt das Regionalmanagement Freyung-Grafenau die praxisnahe Berufsorientierung und trägt dazu bei, Fachkräfte in der Region zu sichern. Das Projekt wird durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie gefördert.

Landratsamt Freyung-Grafenau
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