Aktuelle Themen der Gemeindeentwicklung und zentrale Zukunftsfragen des ländlichen Raums standen im Mittelpunkt des Antrittsbesuchs von Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bei Bürgermeister Manfred Schneider in Eppenschlag. Im gemeinsamen Austausch ging es unter anderem um die Nahversorgung, die Wasserversorgung, die interkommunale Zusammenarbeit sowie aktuelle Infrastrukturprojekte. Einig zeigten sich beide darin, dass viele Herausforderungen künftig nur durch pragmatische Lösungen und eine enge Zusammenarbeit der Kommunen bewältigt werden können.
Gelungener Start nach schwieriger Bürgermeistersuche
Mit der Wahl von Manfred Schneider habe für Eppenschlag eine neue Phase begonnen. Der Bezirkstagspräsident erinnerte daran, dass sich die Suche nach einer Nachfolge im Bürgermeisteramt über längere Zeit schwierig gestaltet habe. Umso erfreulicher sei es, dass mit Schneider schließlich ein Bewerber gefunden werden konnte, der in der Gemeinde hervorragend vernetzt und über die zentralen Themen und Herausforderung im Bilde sei.
Schneider bezeichnete sich im Gespräch als politischen Quereinsteiger. Gerade darin sehe er aber auch einen Vorteil: „Ich gehe viele Themen unvoreingenommen an und versuche, neue Blickwinkel einzubringen.“ Dr. Heinrich betonte, dass Kommunalpolitik von Menschen mit ganz unterschiedlichen Lebens- und Berufswegen lebe. Gerade neue Perspektiven könnten dabei auch wertvolle Impulse für die Entwicklung einer Gemeinde geben.
Nahversorgung neu denken
Ein Schwerpunkt des Austauschs war die fehlende Nahversorgung im Ort. Nachdem sämtliche Lebensmittelgeschäfte über die Jahre geschlossen haben und auch das Projekt „Genussdorf“ letztlich nicht zum Erfolg geführt werden konnte, überlegt die Gemeinde nun, bewusst neue Wege in der Nahversorgung einzuschlagen.
Bürgermeister Schneider könnte sich etwa vorstellen, künftig auf das Konzept sogenannter Kleinstsupermärkte zu setzen. Diese digital unterstützten Dorfläden mit einem überschaubaren Sortiment könnten die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs dauerhaft sichern und ließen sich zugleich mit einem Minimum an Personal wirtschaftlich betreiben. Wichtig sei ihm allerdings, dass ein solches Angebot bewusst einfach und niedrigschwellig gestaltet werde. „Gerade auch unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger müssen das Angebot problemlos nutzen können.“ Eine ausschließliche Bedienung per App komme deshalb aus seiner Sicht nicht infrage.
Für den Bezirkstagspräsidenten sind solche kleineren und wirtschaftlich tragfähigen Konzepte „echte Zukunftsmodelle für den ländlichen Raum“. Eine wohnortnahe Nahversorgung sei ein wesentlicher Standortfaktor und trage entscheidend zur Lebensqualität in den Gemeinden bei. Dorfläden, Gaststätten oder auch Wertstoffhöfe seien darüber hinaus weit mehr als reine Versorgungsangebote: Sie sind wichtige Orte der Begegnung und Kommunikation.

Beim Antrittsbesuch im Eppenschlager Gemeindehaus tauschten sich Bürgermeister Manfred Schneider und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich über aktuelle Gemeindeprojekte und die Zukunft des ländlichen Raums aus.
Zusammenarbeit gewinnt an Bedeutung
Ein weiteres Thema war die Wasserversorgung. Eppenschlag wird bereits vollständig durch den Zweckverband Wasserversorgung Bayerischer Wald versorgt. Nach Einschätzung des Bezirkstagspräsidenten werde Wasser in den kommenden Jahren zu einer der entscheidenden Zukunftsfragen für die Region. Sinkende Quellschüttungen und steigende Anforderungen an die Wasserversorgung machten dies bereits heute deutlich.
Gleichzeitig beschäftigt die Gemeinde der zunehmende Fachkräftemangel. Nachdem etwa der langjährige Wassermeister bereits in den Ruhestand verabschiedet wurde, sieht Bürgermeister Schneider die stärkere interkommunale Zusammenarbeit als wichtigen Baustein, um solche spezialisierten Aufgaben auch künftig zuverlässig erfüllen zu können.
Dr. Heinrich sieht darin ebenfalls einen wichtigen Zukunftsweg. Der personelle und fachliche Aufwand nehme stetig zu, gleichzeitig gingen viele erfahrene Mitarbeiter in den kommenden Jahren in den Ruhestand. „Nicht jede Kommune wird künftig jede Aufgabe allein bewältigen können. Deshalb wird Zusammenarbeit immer wichtiger.“
Infrastruktur bleibt Daueraufgabe
Weiter beschäftigt das gemeinsame Kläranlagenprojekt mit der Gemeinde Kirchdorf im Wald den neu gewählten Bürgermeister. Aufgrund eines laufenden Gerichtsverfahrens könne das Vorhaben derzeit nicht weiter vorangetrieben werden. Bürgermeister Schneider hofft jedoch, dass die gewonnene Zeit genutzt werden kann, um die Planungen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nochmals zu überprüfen.
Zum Abschluss des Antrittsbesuchs bedankte sich Dr. Heinrich für den offenen und konstruktiven Austausch. Viele der angesprochenen Herausforderungen beträfen längst nicht mehr nur einzelne Gemeinden. Umso wichtiger seien eine enge interkommunale Zusammenarbeit und der regelmäßige Austausch zwischen Gemeinden, Landkreis und Bezirk. „Zeitgleich zeigt sich gerade in kleineren Gemeinden immer wieder, wie viel mit Zusammenhalt, kurzen Entscheidungswegen und engagierten Menschen möglich ist“, betonte der Bezirkstagspräsident.

Gemeinde Eppenschlag
Bezirk Niederbayern
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