Auf Einladung der Polizeiinspektion Passau kamen am Freitag, 29. Mai 2026, die Bürgermeister aus dem Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Passau und der Polizeiwache Tittling zu einem gemeinsamen Sicherheitsgespräch im Rathaus Tiefenbach zusammen. Nachdem ein entsprechender Austausch mit Vertretern des Landratsamts Passau bereits im Vorfeld stattgefunden hatte, richtete sich die Veranstaltung gezielt an die Kommunalvertreter der Landkreisgemeinden.
Im Mittelpunkt des Treffens standen die aktuelle Sicherheitslage im Landkreis Passau sowie die Vorstellung der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025. Zudem wurde die enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Kommunen weiter vertieft.
Polizeidirektor Christian Dichtl, Leiter der Polizeiinspektion Passau, eröffnete die Veranstaltung mit einer positiven Bilanz: Niederbayern sei weiterhin der sicherste Regierungsbezirk Bayerns. Diese Entwicklung spiegle sich auch auf lokaler Ebene wider. Die Bürgerinnen und Bürger im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Passau und der Polizeiwache Tittling könnten sich sowohl objektiv als auch subjektiv sicher fühlen.
Die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2025 zeigt insgesamt eine erfreuliche Entwicklung. Ohne Berücksichtigung ausländerrechtlicher Verstöße wurden 1.274 Straftaten registriert. Im Vorjahr waren es noch 1.333 Fälle. Gleichzeitig konnte die Polizei ihre Aufklärungsquote von 82,7 Prozent auf 85,9 Prozent steigern. Damit liegt sie deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt von 68,1 Prozent.
Auch die sogenannte Häufigkeitszahl, die die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner beschreibt, unterstreicht die positive Sicherheitslage. Mit einem Wert von 2.136 liegt der Landkreis Passau deutlich unter dem bayernweiten Durchschnitt von 4.094.
In einzelnen Deliktsbereichen zeigte sich jedoch eine differenzierte Entwicklung. So wurden im Jahr 2025 insgesamt 45 Fälle der Gewaltkriminalität registriert. Die Polizei beobachtet diese Entwicklung aufmerksam und begleitet sie durch gezielte Präventions- und Kontrollmaßnahmen.

Bild zeigt Polizeidirektor Dichtl mit den Vertretern der Landkreisgemeinden sowie des Landratsamts Passau.
Einen deutlichen Zuwachs verzeichnete die Straßenkriminalität. Die Zahl der Delikte im öffentlichen Raum stieg von 89 Fällen im Jahr 2024 auf 138 Fälle. Auch bei den Diebstahlsdelikten wurde eine höhere Fallzahl festgestellt. Hier erhöhte sich die Zahl der registrierten Fälle von 161 auf 224. Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg von sechs auf 14 Fälle.
Positiv entwickelte sich dagegen der Bereich der Fahrraddiebstähle. Hier sank die Zahl der registrierten Taten von elf auf neun Fälle, darunter allerdings auch mehrere hochwertige E-Bikes.
Rückläufig war die Entwicklung bei der Rauschgiftkriminalität. Die Fallzahlen gingen um 27,3 Prozent zurück und sanken von 165 auf 120 Fälle. Dabei handelt es sich überwiegend um Kontrolldelikte, die insbesondere durch gezielte polizeiliche Maßnahmen festgestellt werden.
Neben der Kriminalitätsentwicklung stellte die Polizei auch die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 vor. Insgesamt wurden 1.326 Verkehrsunfälle registriert. Das entspricht einer Zunahme von 11,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig verringerte sich die Zahl der verletzten Personen von 249 auf 240. Allerdings kamen sechs Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, während im Vorjahr vier Verkehrstote zu beklagen waren.
Eine der häufigsten Unfallursachen blieb überhöhte Geschwindigkeit. In insgesamt 67 Fällen war sie ursächlich für das Unfallgeschehen.
Die Polizeiinspektion Passau und die Polizeiwache Tittling engagieren sich weiterhin intensiv im Bereich der Verkehrsprävention. Dazu gehören die Mitarbeit in der Unfallkommission, regelmäßige Verkehrsschauen gemeinsam mit dem Landratsamt Passau, der Straßenverkehrsbehörde und dem Staatlichen Bauamt sowie zahlreiche Präventionsveranstaltungen an Schulen und Kindergärten.
Ein wichtiger Baustein der Verkehrserziehung bleibt die Jugendverkehrsschule. Im Jahr 2025 wurden dort insgesamt 484 Schülerinnen und Schüler betreut. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Themen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr sowie den Gefahren durch Ablenkung, insbesondere durch die Nutzung von Smartphones.
In der abschließenden Gesprächsrunde waren sich alle Beteiligten einig, dass der regelmäßige Austausch zwischen Polizei und Kommunen einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit in der Region leistet. Prävention, Kommunikation und abgestimmtes Handeln bleiben wesentliche Voraussetzungen, um Straftaten und Verkehrsunfälle zu reduzieren und die hohe Lebensqualität im Landkreis Passau nachhaltig zu sichern.

Polizeiinspektion Passau