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04.07.2022 13:30 Uhr
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Holetschek: Ziel ist umfassende Barrierefreiheit an bayerischen Krankenhäusern – Bayerns Gesundheitsminister nimmt Ergebnisse des deutschlandweit ersten Berichts zur Barrierefreiheit in Krankenhäusern entgegen

Der Freistaat Bayern hat als erstes Bundesland seine Krankenhäuser zum Stand der Barrierefreiheit untersuchen lassen. Anlässlich der Übergabe des Abschlussberichts zum Projekt „Barrierefreiheit an bayerischen Krankenhäusern – AccessBayKH“ betonte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek am Montag in Nürnberg: „Wir wollen eine umfassende Barrierefreiheit an allen bayerischen Krankenhäusern. Um uns einen Überblick über den aktuellen Stand zu verschaffen, haben wir von 2020 an eine entsprechende Untersuchung gefördert. Der Abschlussbericht liegt nun mit einem guten Ergebnis vor: Die Barrierefreiheit an bayerischen Krankenhäusern wurde baulich bereits weitgehend umgesetzt.“

Der Minister ergänzte: „Auf diesem Ergebnis wollen wir uns aber nicht ausruhen. Mein Ziel ist eine optimale medizinische Versorgung von Menschen mit Beeinträchtigungen in akut-stationären Einrichtungen. Eine Erkenntnis des Berichts ist, dass vor allem noch Strukturen optimiert werden müssen, die über bauliche Maßnahmen hinausgehen. Zudem sieht der Bericht Verbesserungsbedarf beim sensiblen Umgang mit den betroffenen Menschen.“

Projektleiterin Dr. Birgit Dietz vom Bayerischen Institut für alters- und demenzsensible Architektur sagte: „Mit dem Begriff der Barrierefreiheit wird oftmals eine Umgebungsgestaltung assoziiert, die als rollstuhlgerecht gilt, z. B. Rampen oder Fahrstühle als Alternativen zu Treppen. Die UN-Behindertenrechtskonvention geht sehr viel weiter und erklärt, ‚dass Behinderung aus der Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren entsteht, die sie an der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern‘. In Bayern ist für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen schon viel erreicht worden, doch die Bedürfnisse von an Demenz Erkrankten oder auch die von Seh- und Höreinschränkungen Betroffenen können bislang nur zum Teil abgedeckt werden. Bei allen Vorhaben sollte also immer auch das Thema der umfassenden Barrierefreiheit als ‚Basso continuo‘ mitgedacht werden.“

Projektleiter Prof. Dr. Clemens Bulitta, Präsident der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden, erklärte: „Barrierefreiheit ist mehr als nur die Erfüllung gesetzlicher Mindestanforderungen in den einschlägigen Regelwerken. Auch wenn die bauliche Barrierefreiheit bereits gut umgesetzt ist, finden sich wichtige Handlungsfelder in allen Bereichen der Infrastruktur. Dies betrifft Aspekte der Teilhabe, soziokulturelle Faktoren, aber auch Fragen der Sicherheit und des Brandschutzes. Es gibt noch einiges zu tun auf dem Weg aus der Exklusion und Separation von Menschen, die mit Einschränkungen leben, hin zu Integration und Inklusion.“

Im Rahmen der Studie, die die Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden (OTH) durchgeführt hat, wurden zahlreiche Experteninterviews sowie eine Online-Befragung aller bayerischen Plankrankenhäuser durchgeführt. Trotz der schwierigen Bedingungen in der Pandemie konnte eine umfassende und praxisbezogene Erhebung über alle Versorgungsstufen und Hausgrößen hinweg durchgeführt werden.

Das Projekt lief von September 2020 bis Februar 2022. Hierfür hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Der Beitrag Holetschek: Ziel ist umfassende Barrierefreiheit an bayerischen Krankenhäusern – Bayerns Gesundheitsminister nimmt Ergebnisse des deutschlandweit ersten Berichts zur Barrierefreiheit in Krankenhäusern entgegen erschien zuerst auf Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.


Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und PflegeMünchen

Quellenangaben

www.stmgp.bayern.de/

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