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« zurück zur Übersicht | veröffentlicht am 12.01.2018 von Stephen Hahn | 456 Klicksteilen auf

Regionale Kunst und Handwerk: Woidsiederei Regen

Naturkosmetik produziert Michael Wühr in seiner Woidsiederei in der Nähe von Regen. Die Seifen basieren nur auf pflanzlichen Fetten aus kontrolliert biologischem Anbau: Olivenöl, Sheabutter, Kakaobutter, Kokosöl und Sonnenblumenöl. Lediglich die Badepralinen enthalten Buttermilch, den man als natürlichen Emulgator einsetzt, anstatt auf Chemie zurückzugreifen, wie der Seifensieder im Interview mit WAIDLER.COM erzählt.

 

Herr Wühr, geben Sie unseren Lesern bitte einen Überblick zu Ihrem Seifen-Sortiment.

Ich möchte mal mit unseren Wohlfühl-Seifen beginnen. Das ist Emotion pur, ob bei der Körperpflege unter der Dusche oder für die Handwäsche. Erhältlich beispielsweise in den Duftrichtungen Lavendel, Rose oder Zitronengras. Dann bieten wir Peeling-Seifen in drei verschiedenen Intensitäten an. Die sanfte Variante ‚Landhaus‘ mit Kokosflocken fürs Gesicht. Die Seife ‚Gärtners Liebling‘ mit Blaumohnsamen entfaltet eine mittlere Massagewirkung, duftet nach Lavendel und ist für den ganzen Körper geeignet. Für einen intensiven, erfrischenden Peeling empfehle ich die ‚Lindenblüte‘ mit Mandelkrengranulat. Eignet sich hervorragend zur Entfernung von Hornhaut.

Seifensieder Michael Wühr am Stempelapparat

 

Was hat es mit den Themen- und Saisonseifen auf sich?

Themen-Seifen bedienen bestimmte Düfte und Ansprüche. Die Woidseife besticht durch den Duft nach Zirbelkiefer. Die Haarseife hat einen frischen Zitronen-Duft und ist auf die Kopfhaut, die Haare abgestimmt. Die Salzseife besteht zu 30 % aus Meersalz. Sie ist sehr mild und ergiebig, eignet sich für empfindliche, trockene Haut. Unsere Saisonseifen orientieren sich an den vier Jahreszeiten: Der Frühling duftet nach Maiglöckchen, der Sommer nach Blutorange, Zitrone und Limette, der Herbst nach Apfel, der Winter nach Orange und Zimt. Und schließlich haben wir noch die Badekugeln in verschiedenen Duftrichtungen wie Lavendel, Rose oder Fichte. Sie enthalten einen Sprudelzusatz und sind zwei- bis dreimal verwendbar.

 

Seifenblock Zitronengras

 

Wie kamen Sie dazu, Seifen herzustellen?

Meine Familie besitzt einen Schaugarten hier in Schweinhütt. Vor ein paar Jahren hatten wir mal sehr viel Lavendel zur Verfügung. Da haben wir dann angefangen, das Öl zu destillieren, habe viele Fachbücher gewälzt, Rezepte ausprobiert. Und so haben wir uns nach dem Prinzip learning by doing der Thematik immer weiter genähert. Mein Vater und ich sind begeisterte Tüftler. Zuerst haben wir in der heimischen Küche, am Holzofen und mit Backformen hantiert. Mittlerweile haben wir im Keller eine Seifenküche eingerichtet und unseren eigenen Herstellungsprozess entwickelt. Wir wenden nun zunächst ein sehr schonendes Kaltrührverfahren an. Nach dem Einfüllen in die Holzformen, die auch von uns stammen, führen wir externe Wärme zu. Mein Vater und ich haben auch eine hydraulische Schneidmaschine entwickelt, um gleich große Stücke à 90 gr aus dem getrockneten Seifenblock schneiden zu können. Auf die Stücke fügen wir mit unserem Stempelapparat das Woidsiederei-Logo sowie Sollbruchstellen ein, damit man leicht kleinere Stücke verwenden kann.

 

Kakaobutter

 

Welche Zusätze werden der Kernseife, also dem Fett und der Lauge, zugefügt?

Wir fügen Tonerde zum Färben der Seife zu. Das ist ein Fertigprodukt, das wir aus Frankreich beziehen. Und dann natürlich die ätherischen Öle der verschiedenen Pflanzen zum Beduften der Seife.

 

Vielen Dank für das Gespräch.



Quellenangaben

Fotos: Stephen Hahn




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