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« zurück zur Übersicht | veröffentlicht am 07.11.2017 von Stephen Hahn | 1042 Klicksteilen auf

RegioMahl: Bio-Ziegenhof Beck

Den Goassn verschrieben hat sich die Familie Beck aus Neudorf. Auf ihrem Bio-Ziegenhof züchten sie die Tiere, verkaufen Milch und Fleisch. Im Interview mit WAIDLER.COM sprechen sie von ihrer Begeisterung für die Ziegen, der Qualität ihrer Produkte und von zukunftsweisenden Hochzeitsgeschenken.

 

Marianne und Andreas Beck, wie viele Ziegen leben bei Ihnen auf dem Hof, welche Rassen?

Familie Beck: Aktuell halten wir etwa 40 Ziegen und zwei Böcke. Es handelt sich vorwiegend um die Rasse der Bunten Deutschen Edelziege. Sie ist eine Rasse der Hausziege. Sie zeichnet sich aus durch eine hohe Wirtschaftlichkeit aufgrund hoher Fett- und Eiweißleistungen. Einer unserer Böcke gehört zur Rasse der Weißen Deutschen Edelziege. Diese Rasse entstand durch Einkreuzung von Saanenziegen. Diese stammen ursprünglich aus dem Saanetal im Berner Oberland und sind für ihre herausragende Milchleistung bekannt. Deshalb haben wir uns einen Bock zugelegt und kreuzen ihn mit den Bunten Deutschen Edelziegen ein.

 

Marianne und Andi Beck beim Füttern ihrer Goassn

 

Ihr verfolgt mehrere Ziele: die Zucht, die Milchwirtschaft und den Verkauf von Ziegenfleisch?

Ganz genau. Unsere Ziegen werden einmal im Jahr gedeckt und tragen dann fünf Monate. Meistens dürfen wir zwei Kitz pro Ziege erwarten. Alle zwei Nächte kommt der Milchtransporter und holt zwischen 60 und 180 Liter Milch ab. Wir haben seit Frühjahr 2016 einen Kooperationsvertrag mit der Molkerei Andechs. Dorthin wird unsere Ziegenmilch zusammen mit der von anderen Höfen aus Regen und Miltach geliefert. Schön wäre, wenn noch andere Erzeuger hinzukämen, das würde für uns alle die Transportkosten senken. Wir verkaufen natürlich auch Frischmilch ab Hof. Ziegenmilch ist sehr gut verträglich, da die Fettmoleküle kleiner aufgespalten sind. Im Frühjahr schlachten wir dann einige, vorwiegend männliche Kitz mit einem Gewicht von etwa 5,5 bis 8 kg. Das Kitzfleisch ist sehr begehrt, gerade zu Ostern und Pfingsten. Exzellente Qualität, ob Keule, Ripperl, Rücken oder Hals. Wir überlegen auch, in Zukunft mehr Bio-Wurstwaren in Kooperation mit einem Metzger zu erzeugen.

 

Stichwort Bio: Was gab den Ausschlag, auf Bio zu setzen?

Da ist erstmal die eigene Überzeugung von einer nachhaltigen Landwirtschaft entscheidend. Und so haben wir 2013 begonnen umzustellen, haben unsere Grünlandflächen zertifizieren lassen. Wir haben den Stall umgebaut, der ist jetzt ca. 200 qm groß. In den Freiflächen stehen pro Ziege 2,5 qm zur Verfügung. Wir haben einen neuen Melkstand inkl. Absauganlage installiert. Für das Zustandekommen des Vertrags mit einer Bio-Molkerei war die Umstellung natürlich auch zwingend notwendig.

Alle 48 Stunden wird die Ziegenmilch am Hof abgeolt und zur Bio-Molkerei Andechs transportiert

 

Ihr betreibt den Ziegenhof im Nebenerwerb. Wie kam es überhaupt zu der Begeisterung für Ziegen?

Zu unserer Hochzeit bekamen wir 2002 zwei Zwergziegen geschenkt. Ein paar Jahre später entschieden wir uns für den Erwerb mehrerer Milchziegen. Wir sahen da eine Marktlücke. Und so hat es sich über die Jahre entwickelt.

 

Vielen Dank für das Gespräch.



Quellenangaben

Fotos: Stephen Hahn




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