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« zurück zur Übersicht | veröffentlicht am 07.03.2017 von Stephanie Bildl | 775 Klicksteilen auf

Als Glashandwerker und Glaskünstler selbständig werden - und bleiben!

Von der „begeisterten Blauäugigkeit“ zur „Weitsicht mit Herzblut“ - Diese Entwicklung wünschte sich Schulleiter Hans Wudy für den Praxisnachmittag der Glasfachschule Zwiesel und des Netzwerks Glas zum Thema Existenzgründung im Glashandwerk. Der mit Schülern, Absolventen und anderen Gründungsinteressierten gefüllte Prof.-Mauder-Saal der Glasfachschule Zwiesel gab Wudys Anliegen recht: Es herrscht viel Aufklärungs- und Beratungsbedarf beim Schritt in die Selbständigkeit aber auch großes Interesse. „Eine Existenzgründung birgt Chancen und Herausforderungen zugleich“, betonte Regionalmanager Stephan Lang, Projektkoordinator des vom Bayerischen Wirtschaftsministerium geförderten „Netzwerks Glas“ in seiner Begrüßung. „Glaskunst und Glashandwerk im Bayerischen Wald stehen derzeit vor einem Generationswechsel“, so Lang. Von Seiten des Netzwerks Glas und der Glasfachschule wolle man Impulse geben, um die hohe Dichte der selbständigen Kunsthandwerker zu halten, „damit nicht noch mehr Glaskultur und Knowhow um die manuelle Glasfertigung unwiderruflich verloren gehen“.

Als erster Referent sprach Hubert Huber, Vorsitzender des „Berufsverbandes Bildender Künstler Niederbayern“, über den Spagat zwischen kreativem Schaffen und Unternehmertum. Wer in der bildenden Kunst heute ein Dreieck sieht, der denkt an Hubert Huber aus Fürstenzell. Bis die geometrische Figur zu seinem Markenzeichen wurde, war es ein weiter Weg: Nach der Ausbildung konnte dem gelernten Holzbildhauer niemand so recht sagen, wie man freischaffender Künstler wird. „Es ist der Gang zum Finanzamt“, verriet er den Zuhörern. Zwischenzeitlich berät und vertritt er seit 30 Jahren als Berufsverbandsvorsitzender seine Berufskollegen aus Niederbayern bei vielfältigen Fragen wie versicherungs- und steuerrechtlichen Themen, Ausstellungswesen und Selbständigkeit. „Ein Künstler ist der Unternehmer schlechthin: Er entwickelt Ideen, setzt sie um und vermarktet sich selbst”, erklärt Huber. Aber nur 2 bis 5 Prozent der Künstler könnten nach Statistiken von ihrer Kunst leben. „Der Weg als freischaffender Künstler ist tagtäglich eine Herausforderung aber für mich immer noch der schönste Beruf, den es gibt“, so Huber. Interessierten riet er, frühzeitig ein Netzwerk aufzubauen, Förderprogramme zu nutzen und sich an Kunstwettbewerben und öffentlichen Aufträgen zu beteiligen.

von links nach rechts zu sehen sind: Regionalmanager Stephan Lang, BBK-Vorsitzender Hubert Huber, Schulleiter Hans Wudy, Gründerberater Armin Schlattl, Sigi Franz, Dr. Jürgen Weber, Bereichsleiter Wirtschaft der Regierung von Niederbayern
von links nach rechts zu sehen sind: Regionalmanager Stephan Lang, BBK-Vorsitzender Hubert Huber, Schulleiter Hans Wudy, Gründerberater Armin Schlattl, Sigi Franz, Dr. Jürgen Weber, Bereichsleiter Wirtschaft der Regierung von Niederbayern

Anschließend bat Gründerberater Armin Schlattl von der gemeinnützigen „Hans Lindner Stiftung“, die auf Gründerberatung spezialisiert ist, einige Glasfachschüler zum Standup-Workshop nach vorne. Hier erläuterte er die Methodik des sogenannten „IdeenLabors“. Dieses half den jungen Leuten, eine bereits vorhandene Geschäftsidee für die Existenzgründung als Glasmacher anhand von sechs einschlägigen Kriterien zu analysieren und zu bewerten. Durch die Diskussion in der Gruppe konnten neue Projektimpulse gesetzt und potenzielle Finanzrisiken objektiv eingeschätzt werden. Für die Teilnehmer und das Auditorium war der Workshop äußerst aufschlussreich, da sich durch die kritische Auseinandersetzung mit dem Gründungskonzept sehr schnell Lücken zeigten, die eine Gründung gefährden können aber auch die tragfähigen Ansätze herauskristallisierten. Geduld ist laut Schlattl, das A und O jeder unternehmerischen Bestrebung: „Konzentriert euch zu Beginn auf den Nebenerwerb“, riet er den Gründern in spe: „So seid ihr finanziell abgesichert, sammelt Praxiserfahrung, könnt euch ein Netzwerk aufbauen, und dann - falls das eigene Schaffen sich als rentabel erweist - den Sprung in den Alleinerwerb schaffen.“
Dieser Meinung war auch Mitreferent Sigi Franz: „Es braucht nach der Ausbildung eine bestimmte fachliche Reifezeit. Meines Erachtens ist man erst nach fünf bis sieben Jahren bereit für die Selbständigkeit.“ Bevor sich Franz 2001 mit seinem Burghausener Werkstadtatelier „Glaspunkt“ einen Herzenswunsch erfüllte, unterrichtete er Gestaltung und Apparatebau an der Glasfachschule Zwiesel. Zunehmend begeistert lauschten die Anwesenden seiner ganz persönlichen Erfolgsgeschichte - vom langjährigen Hoechst-AG-Angestellten zum weltweit ausgestellten Glaskünstler. "Es ist wichtig, dass ihr rausgeht und zeigt, was ihr könnt. Dann begeistert ihr auch eure Auftraggeber und Kunden." Franz selbst beschäftigt drei junge Nachwuchskräfte, denen er sein Unternehmen später einmal übergeben will und die er tagtäglich dazu ermutigt, ihre Begeisterung für den Glasberuf zu leben. Das kam gut an bei den Zuhörern und machte Mut, den Weg in die berufliche Selbstbestimmung zu beschreiten.

Die Glasfachschule Zwiesel und das Netzwerk Glas wollen ihre Angebote zur Unterstützung von Gründern fortführen. Das Netzwerk Glas steht Gründungsinteressierten bei Fragen gerne zur Verfügung (Tel. 09921/9605 4144, netzwerk-glas@arberland-regio.de).


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