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« zurück zur Übersicht | veröffentlicht am 15.02.2017 von Erich Rosenberger | 2079 Klicksteilen auf

Wie betrifft die Vogelgrippe die Geflügelhöfe in der Region?

Der Geflügelhof Mautner mit WAIDLER.COM im Interview. Wir Fragen nach, wie die aktuelle Lage bei den Geflügelhöfen in der Region ist.

 

Wo halten sich Ihre Hühner im Moment auf? Gibt es überdachte Flächen im Freiland?

Im Freiland dürfen die Hühner seit dem 19. November 2016 nicht mehr sein, wir haben aber einen Wintergarten errichtet, welcher mit dem Hauptstall verbunden ist, somit können die Hühner immer selbst entscheiden wo sie sich gerne aufhalten möchten.

(Wintergarten mit Scharrboden und Beschäftigungsmaterial) 


Was halten Sie persönlich von der aktuellen Lage?

Jetzt wo das Wetter so schön ist, würden sich die Hühner gerne im Freien aufhalten. Hier steht aktuell nur der Wintergarten zur Verfügung, dieser wird aber Klimatisch an die Außentemperaturen angepasst. Man merkt es auch an der Stimmung der Hühner, dass sie gerne nach draußen möchten, dies ist aber aufgrund der Vogelgrippe im Moment leider nicht möglich.“ 

 

Wie viele qm hat ein Huhn in Freilandhaltung bei Ihnen? Wie viel Platz haben Sie jetzt im Stall?

„Man benötigt im Freiland 4qm pro Huhn. Unsere Außenanlage ist jedoch viel größer als vorgeschrieben. Normalerweise bräuchte man nur 8000qm, wir haben jedoch 2 Hektar.
Im Stall befinden sich ca. 9 Hühner auf 1qm, diese Fläche wird aber durch den großzügigen Wintergarten erweitert.“

(Hühner in der freizügigen Bodenhaltung)

 

Wie setzten Sie die artgerechte Haltung um?

Wie bereits gesagt haben unsere Tiere mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben. Uns liegt das Wohl der Tiere sehr am Herzen, daher ist bei uns die Tierbeobachtung das A und O. Den Hühnern stehen Picksteine, Urgesteinsmehl zum Sandbaden, Stroh zur Beschäftigung und gelbe Rüben zum Picken nach Bedarf zur Verfügung. Hühner picken ca. 1000-mal am Tag irgendwo hin, damit sie beschäftigt sind.  Sie brauchen auch ständig was zum Picken, sonst würden Sie ihren Nachbarn/Artgenossen die Federn ausreißen oder gar bis zum Kannibalismus gehen. Wir sorgen stets dafür, dass die Hühner ausreichendes Material zum Picken haben und beschäftigt sind. Zudem gehen wir 2-mal täglich mit Weizenkörnern durch den Scharraum und die Hühner bekommen auch Austernschalen zur Beschäftigung. Zum Trinken bekommen unsere Hühner reinstes Trinkwasser, also das Wasser, welches auch wir trinken.

 

Wie betrifft die Vogelgrippe den Geflügelhof Mautner?

Seit dem 14.02.2017 müssen wir ja Bodenhaltung auf unsere Eier drucken. Manche Kunden fragen natürlich warum die Hühner noch nicht rausdürften, dies wird dann mit der aktuell herrschenden Stallpflicht begründet. Jetzt heißt es erst mal abwarten wie unsere Verbraucher reagieren, genaueres kann man hier noch nicht sagen.

(Beschriftung der Eier mit der Nummer für Bodenhaltung.)

 

Gab es in der Vergangenheit schon Fälle von Vogelgrippe bei Ihnen?

Nein, als damals die erste Vogelgrippe ausbrach, hielten wir nur Hühner für den eigenen Bedarf. Erst seit 2011 betrieben wir den Legebetrieb gewerblich.
Auch wenn es uns noch nicht betrifft, fangen wir schon heute mit den Sicherheitsmaßnahmen an.

 

Wie sehen diese Sicherheitsmaßnahmen genau aus?

Wir haben unter anderem Hygieneschleusen, Schutzanzüge für Besucher und Besucherschuhe eingeführt, um die Gesundheit der Hühner zu gewährleisten.

 

Vielen Dank für das Gespräch Frau Mautner!



Informationen zur Firma/Organisation

Insgesamt 3.000 Hühner hält Gertraud Mautner auf ihrem Hof in Haus im Wald: 1.000 in Boden- und 2.000 in Freilandhaltung. Die ursprüngliche Milchviehhaltung haben die Eheleute Mautner auf dem eigenen Bauernhof aufgegeben, nachdem sich Franz Mautner 2013 mit vier weiteren Landwirten am Gemeinschaftsprojekt Ilzlandmilch beteiligt hat.
Ort:Ebenacker 17
D-94481 Grafenau
Telefon:+49 (0) 8555 / 94 18 90
E-Mail:


Quellenangaben

Bilder: Erich Rosenberger
Text/Bericht: Melanie Stöger, Erich Rosenberger




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