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« zurück zur Übersicht | veröffentlicht am 14.02.2017 von Andreas Bildl | 948 Klicksteilen auf

„Königreich Hochdorf“ hat die schnellsten Zugschlittenfahrer

Alte Schlitten, schneller Schnee, Männer und Frauen mit Mumm, ein Dorf, das miteinander anpackt – diese Mischung zog. Und zwar richtig. Rund 2000 Zuschauer fieberten am Sonntagnachmittag beim Zugschlittenrennen der Feuerwehr Hochdorf mit. Sie bekamen einiges zu sehen: 27 Viererteams rauschten in Hochdorf auf den teils mehrere hundert Kilo schweren Holzschlitten den Berg hinunter.

Heimsieg für das
Heimsieg für das "Königreich Hochdorf": Michael Dresely, Martin Weber, Josef Pledl und Matthias Rankl waren das schnellste Team auf der Strecke.

 

Für die 500 Meter lange Strecke hatten alle Mannschaften ihre ganz eigene Taktik: Die einen setzten alles auf ihre Anschieber und deren Power beim Startanlauf. Die anderen auf Bremsmanöver der Lenker, bei denen der Schnee staubte. Auf das geschickte Sich-zur-Seite-Werfen der Kollegen in der Mitte, um die hölzerne Rennsemmel im Gleichgewicht zu halten. Auf das rechtzeitige „Gwan“ aller Vier, um ohne Umzukippen die nächste Kurve zu schaffen. Auf kuriose Kostüme wie den Boindlkramer, der im schwarzen Skelett-Umhang mit drei geschminkten Deifen und Deifeskralle an den Start ging. Oder auf ungewöhnliche Schlitten wie einen quietschrosa Sautrog samt Moped, der mit Kufen kurzerhand zum selbstgemachten Zugschlitten wurde.

Nicht einmal 40 Sekunden brauchten die Schnellsten für einen Durchgang. Und bis zu vier Minuten die, die es auf dem Zugschlitten etwas gemächlicher angehen ließen oder einen ungeplanten Stopp einlegten. Die Teams kamen aus dem ganzen Landkreis Regen und Deggendorf nach Hochdorf. Die „Gehmasberger Heigabuam“ waren genauso dabei wie die „Unterasberger Rangers“, der „Waidlaexpress“, die „Roidorfer Feierschwemm 01815“, die „Feuerwehr Schaufling“, die „Saubärnlandler“, „Ruckzuck Hochbruck“, „Bussy Cats“ und viele mehr. Sie alle gaben alles. Auch, wenn es manchen vor dem Start etwas mulmig war: Sobald sie auf der Strecke waren und lautstark angefeuert von den Tausenden an der Strecke und Moderator Max Englram durch den Schnee schlitterten, hatten alle Zugschlittenfahrer eine Mordsgaudi. Die Zuschauer freuten sich über ein spannendes Rennen, bei dem es für die Platzierungen oft auf jede Zehntelsekunde ankam. Und über allerhand Momente zum Schmunzeln: Sprints, die manche im Steilstück bergab einlegten, um ihren schlingernden Schlitten nach dem Abflug wieder zu erwischen. Hechtsprünge in den Schnee, mit denen der eine oder andere versuchte, doch gleichzeitig mit seinem Schlitten über die Ziellinie zu kommen. Schwitzende Fahrer, die ihr Gefährt mit viel Gepuste aus dem Tiefschnee wieder auf die Bahn hievten. Abenteuerliche Posen, mit denen sich die Fahrer gerade noch am Schlitten festkrallten. Oder Schnee bedeckte Männer und Frauen, die ihr Team praktisch im Blindflug den Berg hinunterlotsten.

Diese drei Viererteams hatten die Kufen vorn: Das
Diese drei Viererteams hatten die Kufen vorn: Das "Königreich Hochdorf" (Mitte) siegte vor der Mannschaft "Langdorf 1" (l.) und "Here und die Heckflossn vo Unterasberg" (r.). Bürgermeister Walter Nirschl (2.v.r.) und Feuerwehrvorstand Stefan Kollmer (r.) freuten sich über die vielen Teilnehmer, die spannenden Rennen und den Zuschauerandrang.

 

Auf den legendären „Burgstaller Silberpfeil“, der schon vor Jahrzehnten bei der Bayerischen Meisterschaft fuhr, mussten die Schlittenfans nach einem Trainingssturz verzichten. Ganz ohne einige blaue Flecke und kleinere Blessuren wird es beim Rennen wohl nicht abgegangen sein, ernsthafte Verletzungen gab es der Feuerwehr zufolge aber nicht. Die Organisatoren aus Hochdorf freuten sich beim ersten Schlittenrennen, das sie nach zwei Jahrzehnten Pause im Dorf veranstalteten, über einen Heimsieg: Das „Königreich Hochdorf“ mit Michael Dresely, Martin Weber, Josef Pledl und Matthias Rankl holte sich mit etwas über drei Sekunden Vorsprung den Sieg vor dem Team „Langdorf 1“ (Josef Fischer, Siegfried Tausendfreund, Korbinian Fischer, Rudi Kern). Platz drei sicherten sich „Here und die Heckflossn vo Unterasberg“ (Horst König, Herbert Raith, Markus Kurz, Stuz).

Wie berichtet, hatte die Feuerwehr Hochdorf erst vor wenigen Wochen kurzfristig entschieden, ein Zugschlittenrennen zu machen. Vom Besucherandrang am Sonntag war die Feuerwehr, die sich auch um die Bewirtung kümmerte, überwältigt. „Mit so vielen Leuten haben wir nicht gerechnet“, meinten die Organisatoren. Ein herzliches Dankeschön gab es von Feuerwehr-Vorstand Stefan Kollmer an die Teilnehmer, Zuschauer und an alle, die das Rennen dank der Riesen-Gemeinschaftsleistung erst möglich machten: Fast 100 Helfer packten vor, bei und nach der Veranstaltung unentgeltlich mit an.



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Quellenangaben

Foto: Ebner, Pledl




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