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NaturVision 2007 - Rückblick
geschrieben von Daniel Wildfeuer am 24.08.2007
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NaturVision etabliert sich als Branchentreff und fasziniert seine Besucher mit der speziellen Atmosphäre im Herzen des Bayerischen Waldes – 30 Filme konkurrierten im Internationalen Wettbewerb um elf kristallene Preis-Trophäen – Markenzeichen auf höchstem Niveau
„Kein Geld, kein Hühnchen“, flüstert der buddhistische Abt ins Ohr des Tigers. Er will ihm erklären, warum auch er arbeiten und vor zahlenden Touristen posieren müsse. Im Vertrauen auf die Sicherheit, den die Tiger (und nicht nur sie, auch Wildschweine, Hirsche und Wildpferde tummeln sich wie magisch angezogen auf dem Gelände) bei den Mönchen im thailändischen Tempel finden, sind die Raubkatzen zur friedlichen Ko-Existenz bereit. Nicht nur die Jury, auch das Festivalpublikum begriff die besondere Botschaft von „Der Tiger und der Mönch“ und belohnte die ORF-Produktion mit dem „Publikumspreis“, einem der elf Filmpreise, die es bei NaturVision in diesem Jahr zu gewinnen gab. „Das ist mir der liebste Preis“, freute sich der österreichische Filmemacher Harald Pokieser und sagte natürlich nicht nein zum weiteren Preis, den ihm sein Film einbrachte: eine Kristall-Trophäe auch für „die Beste Story“.
„Kein Geld, kein Filmchen“, so könnte auch Festivalleiter Ralph Thoms in die Ohren der Sponsoren flüstern; dabei hat er in den vergangenen Jahren durchaus buddhistische Fähigkeiten entwickelt, mit denen es ihm und seinem NaturVision-Team trotz immenser finanzieller Engpässe Jahr für Jahr gelingt, das Filmfestival im Bayerischen Wald zu stemmen. Passend zur Situation hatte Festivalleiter Ralph Thoms mit „Die Unzerbrechlichen“ bereits zur Eröffnung einen Film präsentiert, der zeigt, wie schöpferische Kraft der Menschen Träume wahr werden lassen kann. So hat sich NaturVision zu einer Veranstaltung mit stetig wachsender Außenwirkung gemausert, nie zuvor kamen so viele Regisseure, Produzenten, Sendervertreter und Fachleute nach Neuschönau wie dieses Jahr zur sechsten Auflage des Festivals. Selbst Niederbayerns neuer Regierungspräsident Heinz Grunwald ließ es sich nicht nehmen, die feierliche Preisverleihung am Samstagabend zu besuchen. Er brachte neben der Anerkennung für NaturVision als „Markenzeichen“ auch Grußworte des Schirmherrn Ministerpräsident Edmund Stoiber mit in den Kinosaal des Hans-Eisenmann-Hauses, Infozentrum des Nationalpark Bayerischer Wald und zugleich Festivalzentrum und Spielort.
Knapp 2000 Freunde des Tierfilms, die Grafikerin aus München genauso wie der Versicherungsfachmann aus Passau, die Redakteurin aus Marburg und die Familie aus Ruderting, hatten während der vier Festivaltage die Gelegenheit zu vielerlei Begegnungen: mit tausend treuen Tieraugen und unzähligen eindrucksvollen Kamera-Perspektiven auf der Leinwand, wo sich verliebte Schwäne, drollige Löffelhunde, verwaiste Bärenbabys, skurrile „Untermieter“ und Bücherskorpione tummelten und sich 1000-jährige Bäume, faszinierende Flusslandschaften und eine „Serengeti hinter den Deichen“ ausbreiteten. Neben den oft ungewöhnlichen, überraschenden, aber immer verzaubernden Film-Momenten ist es die ganz besondere Atmosphäre dieses Festivals, mit der „NaturVision“ seine Besucher fasziniert und begeistert. Inmitten der idyllischen Bayerwald-Kulisse rund um das Neuschönauer Hans-Eisenmann-Haus, einer der „faszinierendsten Landschaften Bayerns“, wie der Regierungspräsident lobte, seien die Menschen sensibilisiert für das Geschehen in Flora und Fauna. Eine Sensibilität, die durch das Können solch engagierter Filmemacher, wie sie bei „NaturVision“ zu erleben waren, weiter gefördert wird.
Doch will „NaturVision“ mehr sein als ein Festival von Filmemachern für Filmemacher und Fachleute. Es lebt immer auch von seinen begeisterten Besuchern wie dem liebenswerten, älteren Ehepaar aus St. Gallen in der Schweiz, das die Festival-Atmosphäre so sehr liebt und zugleich zu ihr beiträgt. Täglich kommen die beiden zum Hans-Eisenmann-Haus, um sich möglichst alle Filme und Vorträge anzuschauen. Zuhause in der Schweiz erfuhren sie von „NaturVision“ durch eine „Best-Of“-Veranstaltung, die Ralph Thoms seit langem regelmäßig in verschiedenen Städten der Schweiz durchführt und verbanden ihren Festivalbesuch mit einem Urlaub im Bayerischen Wald. Sie sind begeistert und wollen ganz sicher wieder kommen: „Wir wussten gar nicht, wie schön es hier ist.“
Neben solchen Gästen sind es vor allem auch die guten Geister, unsere fleißigen, geduldigen und unermüdlichen Helfer wie Brigitte Dankesreiter, Maria Eder, Andrea und Sven Holler, Karin und Vera Kirchner, Brigitte Paster, Marina Reitmaier-Ranzinger, Petra Reitmaier, Anna Rodekirchen, Ingo Scholz, Gisela und Gottfried Sieger, Judith Süß und Stefan Vießmann mit dem gesamten Team des Hans-Eisenmann-Hauses, Inge Weinberger, die sich bereits seit Jahren für „NaturVision“ einsetzen – überzeugt von dessen Wichtigkeit für die Region. „Wir wollen, dass das Filmfestival stattfindet“, sagen sie, „die Mithilfe macht uns Spaß“. Ein passenderes Aushängeschild für den Nationalpark als dieses Natur- und Tierfilmfestival könnten sie sich kaum vorstellen. Ob bei der Filmvorführung, im Kartenverkauf oder Auskunftsbüro – die Frauen und Männer aus Neuschönau und Umgebung sind in ihrem Element. Und: Sie freuen sich über jeden heimischen Festivalbesucher. Im permanenten Einsatz für „NaturVision“ sind auch Rosi und Erwin Schönberger. Seit Jahren versorgen sie das Filmfestival mit der gesamten Computertechnik und dem notwendigen Know How. Selbst spät in der Nacht hilft die Firma Schönberger, wenn’s mal wieder „brennt“ und ein Gerät nicht so will, wie es soll. Auch Helmut Euler vom gleichnamigen Landgasthof zeigt stets Herz für „NaturVision“.
„Es gibt uns ein Stück Bestätigung, wenn gerade regionale Partner NaturVision so engagiert und verlässlich unterstützen und fördern“, sagt Festivalleiter Ralph Thoms. „Dafür können wir ihnen gar nicht genug danken.“
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